Am Kirchholztunnel führt kein Weg vorbei

Verein „Reichenhall pro Kirchholztunnel“
informierte zu Kirchholz- und Stadtbergtunnel

Kurt Pötschke (im Vorstand) verdeutlichte bei der Informationsveranstaltung des Vereins „Reichenhall pro Kirchholztunnel e.V.“ am Donnerstag (28.02.) die besondere Lage der Stadt. Die Verkehrsströme von und nach Salzburg und auch nach Berchtesgaden treffen im Reichenhaller Tal alle zusammen. Es entsteht eine Art Flaschenhals und das verlangt nach einer Lösung.

Der Verkehr muss so entflochten und geleitet werden, dass die Stadt damit leben kann, zumal sie das Prädikat Kurort trägt. Ein Anliegen, für das sich seit vielen Jahren das Straßenbauamt Traunstein (STBA) einsetzt.

tunverkehr

Die Fakten sprechen für sich

Zu der Veranstaltung im Haus der Jugend kamen 120 Anwohner und viele Stadträte der Fraktionen CSU, FWG und SPD. Der Vorsitzendes des Vereins, Gerd Spranger, appellierte an die Zuhörer sich die Fakten anzusehen, die gesamten Fakten, die für den Bau des Kirchholztunnels relevant sind. So differenziert die offizielle Verkehrszählung und die Prognose des STBA genau in einzelne Bereiche, zeigt die Entwicklung des Verkehrsflusses in die Innenstadt, auf der Salzburger- und Loferer Straße sowie die durch das Leopoldstal. In allen Bereichen bringt nur der Tunnel den Verkehr aus dem Tal, führt zu einer Entlastung von bis zu 50 Prozent beim Personenverkehr und von bis zu 80 Prozent beim LKW-Verkehr. Darüber hinaus werde auch die zunehmende Belastung der Anwohner in Karlstein und entlang des Thumsees durch die „Abkürzer“ entflallen, ja selbst die Obere Stadt ist mit einem Tunnel vom Verkehr nach und von Berchtesgaden befreit.

Schutz von Saalachauen und Thumsee

Herbert Kolodzie (im Vorstand) widmete sich in seinem Kurzreferat den vom Straßenbauamt untersuchten Alternativen zum Kirchholztunnel. Sie zeigten, dass sowohl eine Lärmschutzwand entlang der Salzburger und Loferer Straße sowie ein weiterer Ausbau der Bundesstraße 20/21 einen massiven Eingriff in die Naturlandschaft der Saalachau fordere. Ganz abgesehen davon, könne eine Lärmschutzwand aus Bundemitteln nur bei einer deutlichen Überschreitung der Grenzwerte, die an eine Großstadt angepasst sind, errichtet werden. Und das ist hier nicht der Fall. Bei einer notwendigen Gesamthöhe von 5.50 Meter würde man sich zudem im wahrsten Sinne die Zukunft verbauen, die Stadt vom Naherholungsgebiet der Saalach- und Nonner Auen quasi abriegeln und den Verkehr an einer bis zu vier Kilometer langen Mauer entlangführen. Eine Tieferlegung der Straße sei allein schon aufgrund des Grundwasserpegels und der nahen Saalach nicht machbar. „Wo soll denn während einer mehrjährigen Bauzeit auch der Verkehr hin, etwa durch die Stadt“, fragt der ehemalige Stadtrat und stv. CSU-Vorsitzende aus dem Kreise des Vereinsvorstandes. Das Straßenbauamt hat fünf Alternativen untersucht und nach Abwägung aller Fakten den Kirchholztunnel als die mit Abstand beste Lösung des Verkrehrsproblemes erkannt.

Sehr weit von Grenzwerten entfernt

Mit launigen Worten wandte sich der dritte Referent, Josef Voglreiter, aus dem Kreis des Vereinsvorstandes an das Publikum. Gerade vor dem Hintergrund eines boomenden Tourismus im Salzburger Land und auch anhand von aktuellen Studien sei ganz klar, der Verkehr wird weiterhin zunehmen und signifikant sogar der LKW-Verkehr. Auch spare man kein Geld, wenn die Maßnahme in Bad Reichenhall nicht umgesetzt wird. „Dann werden die Bundesmittel für andere Projekte verwendet, fertig,“ so Voglreiter. Er sprach auch den Naturschutz an, für den die Saalachauen und auch die Thumseeregion allein an Fläche um ein vielfaches Mehr ausmacht als ein kleines Stück des Gollings. Den Studien zufolge liegt selbst die Belastung aus der Abluft bei nur zwei Promille des erlaubten Grenzwertes und zudem werde sich in ausreichender Höhe auch genügend verwirbelt, was eine nochmalige Verbesserung für das gesamte Reichenhaller Tal mit sich bringe. Und zu guter Letzt veranlasst die Behörde alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen um Schaden zu vermeiden. „Davon kann sich jeder selbst im Gutachten überzeugen.“

Den Kindern das Erbe bewahren

Für Bad Reichenhall bleibt zu wünschen, dass es künftig von Lärm, Dreck, Abgase und Feinstaub befreit wird, der Durchgansverkehr „in den Berg“ kommt, durch eine Entzerrung des Verkehrs auch Unfälle, Verletzt und Sachschäden abgewandt werden und ein Kurort der auf seinem Status zur Heilung von Atemwegserkrankungen auch stolz ist. „Ich möchte mit meinen Kindern und Enkel auch in Zukunft noch die Idylle der Saalachauen, der Kurstadt und auch die Naturidylle des Thumsees genießen können.“ Josef Vogelreiter schloss sein Referat mit dem Apell: „Stimmen Sie darum am 21. April beim Ratsentscheid mit Ja.“

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Die Verkehrsströme mit täglich bis zu 40.000 Fahrzeugen sind nur mit einem Tunnel aus dem Tal zu bringen.

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