Bad Reichenhall und der Kirchholztunnel: Stadt und Heimat pflegen

„Grüne Politik“

(gsp) Wie pflegt man eine Stadt und wie die Heimat? Beides ist in der Funktion eines Stadtheimatpflegers vereint. Meist ist es der rückwärts gewandte Blick in die Geschichte, die für ihre Arbeit bestimmend ist. Und natürlich gilt es, die Kultur – als ein Teil der eigenen Identität – zu pflegen und zu bewahren, was vor allem für Baudenkmäler gilt.

Sie stehen für eine bestimmte Entwicklung der Stadt, symbolisieren im „Heute“ die Errungenschaften von „Gestern“. Sicher sind die Aufgaben eines Stadtheimatpflegers vielfältig. Es würde viele Seiten füllen, seine Funktion und seine Aufgaben zu würdigen bei der Pflege von Stadt und Heimat, auch in Bad Reichenhall.

Warum aber ein Vorhaben wie der Kirchholztunnel in den Aufgabenbereich eines Stadtheimatpflegers fällt ist nicht ganz schlüssig, vor allem nicht die Argumentation von PD Dr. Johannes Lang aus Bad Reichenhall.

  • Heimat pflegen darf der gedeihlichen Entwicklung einer Stadt nicht im Wege stehen. 
  • Heimat pflegen kann die Augen nicht vor aktuellen Problemen, wie z.B. dem Verkehr, verschließen. 
  • Heimat pflegen heißt für die Menschen was zu tun, ihr Wohl im Blick zu haben.

Der Kirchholztunnel als größere Baumaßnahme

Natürlich vermittelt es den Anschein „Heimat zu pflegen“, verwehrt man sich gegen jede größere Baumaßnahme, denn Natur und Umwelt müssen ja erhalten sein. Doch gerade hier greift das Prinzip von „Effizienz und Verhältnismäßigkeit“. Gerade das dem Projekt Kirchholz- und Stadtbergtunnel abzusprechen ist eine sehr subjektive Aussage jenseits der amtlichen Fakten. Und daran sollte sich auch ein Stadtheimatpfleger in Bad Reichenhall orientieren.

Fakt – amtlich erhoben – ist nämlich:

  • Es werden täglich etwa 3.500 LKW durch den Tunnel fahren, jährlich also rund 1.260.000 LKW. In zehn Jahren entsprechend mehr … und der/die Tunnel sind ein „Jahrhundertprojekt“ und gerade darum für die Entwicklung der Stadt so wichtig.
  • Es werden täglich etwa 16.000 PKW durch den Tunnel fahren, jährlich also rund 5.800.000 PKW. In zehn Jahren entsprechend mehr … und der/die Tunnel sind ein „Jahrhundertprojekt“ und gerade darum für die Entwicklung der Stadt so wichtig.
  • Die jetzige Umgehungsstraße wird dann eben nicht mehr als „Fernverkehrsstraße“ dienen, diese Funktion übernehmen dann ja die Tunnel. 

Ist es effizient und verhältnismäßig dieses Verkehrsaufkommen an der Kur-Stadt vorbei und durch einen Tunnel unter Bayerisch Gmain hindurch zu führen? Das mag jeder für sich selbst entscheiden.

Was die übrige Argumentation des Stadtheimatpflegers betrifft, so ist sie beliebig.

  • Eine Gefährdung der Solequellen ist nämlich definitiv ausgeschlossen – das ist amtlich!
  • Weder die Wiesenlandschaft am Golling*, noch die Burg Gruttenstein, noch die Stadtmauer sind in irgendeiner Weise gefährdet. (*nur zu 1/5 betroffen)
  • Das „stadtprägende Bild“ bleibt erhalten. Nur aus der Vogelperspektive – wie von den Gegnern gerne dargestellt – verändert es sich.
  • Es kommt zu keiner „zusätzlichen“ Belastung, sondern ganz im Gegenteil, das Reichenhaller Tal wird entlastet. 

Es erhebt sich also die berechtigte Frage, welche Perspektive ein Stadtheimatpfleger wichtigen Zukunftsfragen der Stadt Bad Reichenhall gegenüber einnimmt.

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