Leserbrief Kirchholztunnel kontra Auentunnel

Lesen Sie auch: Auen-Tunnel-und-Zensur-der-Presse

Der Leserbrief darf nur ohne inhaltliche Veränderung veröffentlicht werden
und wurde so am 24.November an die Redaktion des RT übermittelt.

Ihr Artikel Auentunnel statt Kirchholztunnel vom 24. November 2016

Fakten statt Populismus

Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache und widerlegen ganz klar das Ansinnen des Herrn Max Aicher für eine schnelle Tunnellösung.

1: Im Planfeststellungsverfahren des Staatlichen Bauamtes Traunstein vom 08.04.2011 wurde die Lösung mittels einer Einhausung der bestehenden B20/21 geprüft und abgelehnt – mit der Begründung: „dass die zwei Kilometer lange Einhausung vollständig unter der Hochwassermarke der Saalach liegt“ und es damit zu einem „möglichen Rückstau in die Keller der vorhandenen Bebauungen“ kommen könnte. Ein durchgehender Tunnel, der ja noch viel tiefer in den Untergrund reicht, würde das ganz bestimmt mit sich bringen. Die lapidare Aussage, es gebe dafür technische Lösungen, ist nicht nachgewiesen.

Zerstörung des Auenwaldes

2: Der Bau eines Auentunnels würde zu einer nachhaltigen Zerstörung des kleinen Restbestandes des Auenwaldes führen – ein Landschaftsschutzgebiet und ein Naherholungsgebiet. Von dem Gebirsfluss Saalach ganz zu schweigen. Zudem wäre das Sägewerk Fritzer, der florierende Wohnmobilstellplatz, die Kurgärtnerei und einer der wenigen schönen Spielplätze mit Fußballfeld in Bad Reichenhall voll betroffen.

Kirchholztunnel bereits genehmigt

3: Verwunderlich ist die neue Aicher-Planung auch, weil der bestehende, mehrfach geprüfte und als völlig unbedenklich empfohlene Bau des Kirchholz- und Stadtbergtunnels bereits genehmigt ist, und sogar im ‚Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes‘ aufgenommen wurde.

Auentunnel bringt in weiten Bereichen keine Entlastung

4: Ein Auentunnel erfüllt auch nicht die Anforderungen des Kirchholztunnels und ist auch deswegen kein Ersatz dafür. Ein Auentunnel führt zu keiner Entlastung der Oberen Stadt, er nimmt den Ausweichverkehr über den Thumsee nicht weg und führt zu keiner „Entzerrung“ der B20 und B21. Auch der Kirchholz- und Stadtbergtunnel verläuft ausschließlich auf Bad Reichenhaller Stadtgebiet.

Falsche Darstellung der Verkehrszahlen

5: Das eine angeblich größere Verkehrs-Entlastung durch einen Auentunnel entstehen würde ist falsch. Die angegebene Zahl von 19900 Fahrzeugen auf der B20/21 (anstelle von 23.400) ist nur deshalb so hoch, weil mit einer Entlastung des Stadtverkehrs von über 8000 Fahrzeugen gerechnet wurde. Sollte der Innestadt-Verkehr nicht auf eine beruhigte Umfahrung ausweichen, so sind auch beim Kirchholztunnel nur 10.000 Fahrbewegungen täglich zu zählen. Das geht klar und unmissverständlich aus den Prognosen des Staatlichen Bauamtes hervor.

Oberbürgermeister unterstellt falsch

6: Es verwundert sehr und kann nur als Unwissenheit oder Ignoranz des Oberbürgermeisters Dr. Herbert Lackner verstanden werden, wenn er sich auf den Schutz der Solequellen bezieht. Dieses uralte Falschargument der Gegner wurde in der vom Oberbürgermeister selbst inszenierten Bürgerversammlung vom 04. April 2013 endgültig und für alle Zeiten von Dr. Stefan Kellerbauer von der Reichenhaller Saline entkräftet. Zitat: „Eine Planungsvariante, die das Heilbad gefährde, wäre von Anfang an tot gewesen.“

Gerd Spranger

1. Vorsitzender des Vereins „Reichenhall pro Kirchholztunnel e.V.“

Zum Vergrößern auf die Fotos klicken – Fotos: Gerd Spranger
Der Auwald: wird er bald Geschichte sein?

 

Hier der Artikel aus dem Reichenhaller Tagblatt:

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