Engagiert sich Österreich mehr für seine Bürger?

Im April 2016 wundert sich unser Mitglied,
Wolfram Jahn sen., in seinem Leserbrief über verpasste Chancen für Bad Reichenhall.
Gewinnt dieses Thema jetzt wieder an Brisanz?
Der Stadtrat von Bad Reichenhall ist zu einer
eindeutigen Stellungnahme aufgefordert.

Leserbrief:

Wird die letzte Chance für ein lebenswertes Bad Reichenhall bewusst missachtet?

Im Verkehrswegeplan 2030, ist der Kirchholz-Tunnel jetzt in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Begründet wird es mit einer Entlastung der Bürger von Lärm, Abgasen und Feinstaub und die Erhaltung des heilklimatischen Kurortes. Diese Belastung wird hervorgerufen durch den Durchgangsverkehr von und nach Österreich, sowie Berchtesgaden (Reichenhaller Stachus ).

Wie sieht es im Salzburger Land aus?

Das kleine Land Österreich baute zum Schutz der Bürger von Unken und Lofer mit viel Aufwand Tunnels, um eben diesen starken Verkehr der ja durch das Reichenhaller Tal geführt wird, von den genannten Orten fernzuhalten. Lofer und Unken atmen seither auf und der Tourismus floriert. Ebenso in Zell am See, und einige Kilometer weiter in Ellmau am Wilden- Kaiser und in Söll in Tirol umfangreiche und kostenträchtige Baumaßnahmen durchgeführt, um auch deren Bürger und Erholungsuchende vor dem Verkehr zu schützen, der durch das kleine deutsche Eck heran rollt.

Zell am See ist dabei ein sehr anschauliches Beispiel. Eingezwängt zwischen Wasser und Schmittenhöhe erstickte es am Durchgangsverkehr. Auch hier wurde mit sehr viel Geld und Technik ein Tunnel gebaut und Zell am See im wahrsten Sinne des Wortes vom Durchgangsverkehr befreit und seine Bürger haben wieder Lebensqualität ohne Lärm und Abgase.

Hier stellt sich mir die Frage:
Verschwendet Österreich unsinnig Natur und Geld, oder fühlt es sich verantwortlicher für seine Bürger und deren Gesundheit?

Werfen wir noch einen Blick nach Melleck. Seit dem Bau des Wendelberg-Tunnel blüht dieser kleine Ortsteil von Schneizlreuth regelrecht auf. Es wird gebaut und Familien mit Kindern siedeln sich an, weil hier endlich Ruhe ist. Ob die Anwohner wohl dem alten Zustand nachweinen und diesen wieder haben wollen?

Vor Jahrzehnten erstickte auch Bad Reichenhall am Durchgangsverkehr und es wurde die Entlastungs-Straße gebaut. Auch damals gab es viele Gegner .Der Name Umgehungstraße ist nicht korrekt, denn diese Baumaßnahme wurde unter der Bezeichnung Entlastungsstraße durchgeführt. Also Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr. Der Verkehrsbrennpunkt Bad Reichenhaller Stachus blieb aber erhalten.

Jetzt haben wir wieder, nicht mehr zumutbare Verkehrsverhältnisse für die Anlieger an Loferer-, Innsbrucker-,Reichenbach- und Berchtesgadener-Straße. Bedenkt man den allabendlichen Rückstau am Stachus in der Hauptsaison bis hinter Bayrisch-Gmain und dann noch die Eröffnung des Einkaufszentrum am ehemaligen Gaswerkgelände, kann den Anwohnern schon Angst und Bange werden.

Also:
Bad Reichenhall braucht dringend den Kirchholz-Tunnel.

Warum ist manchen Reichenhaller Mandataren der Erhalt von etlichen Quadratmetern Wiesen mehr wert als das Wohl der Bürger die sie vertreten, sowie der heilsame Aufenthalt unserer geschätzten Gäste. Ich vermisse auch ein Eintreten unserer Kurdirektorin für den Bau dieses Tunnels, denn nur dieser kann den Erhalt der Bezeichnung „Bad“ sichern. Ohne Tunnel werden Bad Reichenhall und Bayrisch-Gmain die Bezeichnung: Heilklimatischer Kurort, verlieren. Es wird mit unserer „sauberen“ Luft geworben um Gäste nach Bad Reichenhall zu locken, was bei dieser Verkehrsbelastung nicht ehrlich ist. Um eben diese saubere Luft zu erhalten, müssen wir Reichenhaller kämpferisch für den Bau des Tunnels eintreten.

Auch für unseren Ortsteil Karlstein würde der Tunnel gutes bedeuten. Weniger Ausweichverkehr durch Lastzüge von und nach Österreich und der Salzburg-Pendler. Unser Schmuckstück der Thumsee erhielte eine Verbesserung der Erholungsqualität und die Badegäste könnten bedeutend ruhiger die Erfrischung im See genießen. Das Leopolds-Tal in Bayrisch-Gmain wäre mit Sicherheit vom Ausweichverkehr befreit und ruhiger. Und erst dann wäre der Bau eines Thermen-Hotels sinnvoll, denn wer nächtigt gerne an einer so stark befahrenen Straße.

Erlauben Sie mir noch abschließend eine Frage, da etliche Tunnelgegner leidenschaftliche Naturschützer und Jäger sind. Warum fahren diese mit dem Jeep in ihr Jagdrevier? Beispielhaft und umweltschonend wäre doch zu Fuß, Reiten oder mit dem Bergradl. Denn bei dieser Fortbewegungsart werden Wald und Wild von Abgasen verschont.

Wolfram Jahn sen. / Bad Reichenhall

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