Warum wird der Kirchholztunnel verzögert?

Leserbrief von Kurt Pötschke vom 12. August im Reichenhaller Tagblatt (RT):

Umweltschutz und Feinstaub

Die Welt bewegt sich um das ernsthafte Thema „Umweltschutz“. Die deutsche Autoindustrie wird in die Zange genommen, weil ihre Produkte unsere Gesundheit schädigende Abgase und Feinstäube erzeugen. Ärzte warnen im Fernsehen vor schweren gesundheitlichen Folgen. Zahlreiche Ortschaften, oft nur Dörfer, erhalten deren Einwohner schonende Ortsumfahrungen. – Nur das Staatsbad für Atemwegserkrankungen hüllt sich, wenn nicht in untätiges Schweigen, so doch in dilatorische Abwägungen. Ein Unternehmer hingegen folgt seinen Erfahrung und sucht, wo sich Hindernisse aufbauen, einen neuen Weg zu Erfolg und Befriedung. Allein Lösung und Ergebnis verzögern sich eine unerträglich lange Zeit.

Interessieren sich ‚die Grünen‘ nicht
für das Grundwasser und einen Kahlschlag im Auwald?

Schon bei der Vorstellung eines „Auentunnels“ zur Aufnahme des Transitverkehrs durch unsere Stadt in einer Veranstaltung der Partei der Grünen (Bürgerliste ?) verwarf ein offenkundig fachlich versierter Zuhörer diese Idee. Die Abführung des vom Hessing zur Saalach hin fließenden Grundwasserstroms durch unter einem Tunnel angebrachte Rohre würde danach deren endliche Verstopfung nicht vermeiden. Seltsam, dass die so sehr auf Verschonung selbst eines geringen Teils des Golling vor einem Kreuzungsbauwerk bedachten Grünen sich nicht gegen das Opfern der kilometerlangen Bewaldung entlang der Saalach wehren, die sicher nicht ersetzt werden könnte, denn die unter einem Tunnel liegenden offenen Rohre würden die Dauerbefeuchtung einer neuen Grünanlage verhindern. Die Bürgermeister und die einer Aufweichung der bisherigen Planung bewirkenden Stadträte werden das Risiko einer Verschlammung des Untergrundes der Gebäudefundamente durch einen Stau des o.g. Grundwassers verantworten müssen. Sie sind gewarnt worden.

OB-Besuch bei Minister Dorbrindt ein Lobbybesuch?

Und was ist mit der Teilhabe der Reichenhaller Bevölkerung an diesen Projekten? Warum erfahren wir so spät von einem gemeinsamen Lobbybesuch des OB und des Initiators Herrn Aicher zur Einstimmung des Bundesministers auf einen Auentunnel? Ist das gelungene Regionalplanung, wenn ein planfertiges und vom Bundestag abgesegnetes Projekt nicht den Untergrund einer Nachbargemeinde benutzen darf, sondern auf die risikoreiche Verwendung der eigenen Grundstücke verwiesen wird? Und wie legal handelt der Minister, wenn er der Bewilligung des Parlaments, bei der nur der Kirchholz-/Stadtbergtunnel Grundlage seines Beschlusses war, ein anderes, scheinbar alternatives Projekt unterschiebt?

Welche Kräfte wirken in Bayerisch Gmain?

Und warum hat unser OB das lange Jahre von seiner Partei vertretene Projekt „Kirchholztunnel“ nicht mit mehr Tatkraft verfolgt? War ein längeres Vieraugengespräch mit dem vor Jahren bei einem ersten Treffen der Reichenhaller Förderer überraschende plötzliche Auftauchen des gar nicht dazu eingeladenen Agitators der Gmainer Tunnelgegner ursächlich dafür? Welche einflussreichen Bürger der Nachbargemeinde, die zwar gern das Kultur- und Einkaufsangebot unserer Stadt wahrnehmen, machen sich aus welchem sachlichen Interesse gegen den Kirchholztunnel stark, der insbesondere die lärm- und abluftgeplagten, aber offensichtlich einflusslosen Anwohner im Bereich der Loferer Straße entlasten würde?

Nun endlich den Kirchholztunnel anpacken!

Aber auch der Ltd.Baudirektor König sollte gefragt werden, warum er nicht dem Gebot folgt, die schon parlamentarisch beschlossene Verlegung der Bundesstrassen B20 und 21 im Sinne einer Ortsumfahrung in Angriff zu nehmen, denn er darf als sicher annehmen, dass es die jetzt belasteten Bürger sind, welche die Entlastung wollen und die nicht Betroffenen, die dagegen sind. Denn die Tatsache, dass die B20 nach Berchtesgaden usw. durch einen Teil eines ohnehin verkehrsreichen – über einen ständig stauverursachenden innerörtlichen Kreisverkehr (Saline), einen durch VLZ-Regulierung den Verkehrsfluß hemmenden Knotenpunkt (Stachus) und durch die Anton-Winkler-Strasse verläuft, ist seit langem Grund für ein Eingreifen. Oder wartet er darauf, dass sein Nachfolger den Tunnelersatzplan aus der Schublade zieht und mit einem das reizvolle Tal zerstörenden Ausbau der Leopold- und der Großgmainer Strasse die Gmainer Tunnelgegner verärgert?

Kurt Pötschke, Karlstein“

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