Max Aicher und das Allgemeinwohl

„Das Interesse Max Aichers ist eine schnelle Verbesserung der Verkehrssituation in Bad Reichenhall“, schreibt das Reichenhaller Tagblatt über die Intention des Industriellen und Bauunternehmers, der in den letzten Jahren massiv in Bad Reichenhall ‚eingekauft‘ hat. Nicht nur die Predigtstuhlbahn mitsamt Hotel, Alm und Grund zählen (Anteilsmäßig) zu seinem Besitz, auch das ehemalige Hotel Panorama, einige Grundstücke, der Schroffen und weitere Immobilien. Nicht zu vergessen der Poschberg, wo in den nächsten Jahren der Abbau von Dolomitgestein intensiviert werden und oberhalb davon ein Pumpspeicherkraftwerk entstehen soll.

Max Aicher wäre nicht die Persönlichkeit, die er heute ist, wenn er sein Engagement nicht geschäftlich zu nutzen wüsste. Und das ist gut so, denn unsere freie Gesellschaft lebt von Unternehmerpersönlichkeiten.

20 Jahre warten für einen Auentunnel?

Max Aicher räumt auch ein, dass ein Kirchholz- und Stadtbergtunnel die bessere Lösung für ihn – und sicher auch für ganz Bad Reichenhall – ist. Zudem glaubt er, dass ein so genannter AuenTunnel schneller zu verwirklichen sei. Hier aber sitzt Herr Aicher einem großen Irrtum auf. Die Realisierung eines Auentunnels kann bis zu 20 Jahre dauern, denn es ist ein langer Weg, das Projekt soweit zu bringen, wo der KirchholzTunnel heute bereits steht. Von der Zerstörung des Auwaldes der Saalach und des größten und wichtigsten Naherholungsgebietes der Stadt Bad Reichenhall (die grüne Lunge) ganz zu schweigen. Auch rechtlich spricht einiges gegen das Projekt AuenTunnel.

Transport von Dolomitgestein und Starkstromleitung

Es ist ein legitimes Interesse von Max Aicher, das gewonnene Dolomitgestein zu transportieren, und dafür braucht er einen Tunnel, eine Ortsumfahrung für Bad Reichenhall. Auch für eine spätere Starkstromleitung ist ein Tunnel eine ideale Lösung. Wie sonst will er eine Starkstromleitung durch das Reichenhaller Saalachtal legen?

Ein 200-Millionen-Deal für Max Aicher?

Was die wirtschaftlichen Interessen eines Max Aicher betrifft, so wird ihm ein Bauauftrag von 170 bis 200 Millionen Euro nicht ganz gleichgültig sein. Könnte es sein, dass er von einer offenen Bauweise als Bauunternehmer profitiert? Sowohl bei der vor vier Jahren präsentierten Alternativroute des Kirchholztunnels über Bayerisch Gmain, als auch jetzt bei der Variante AuenTunnel, wie auch bei der neuen Variante eines ‚Stadtbergtunnels‘ strebt der Bauunternehmer immer eine offene Bauweise an. Er wird seine Gründe dafür haben. Warum sonst sollte er ein genehmigtes und im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes stehendes Projekt sonst hintertreiben? Selbst räumt er ja ein, dass der Kirchholztunnel das bessere Projekt ist.

5 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s