Verkehrschaos in Bad Reichenhall

Heute beschließt der Stadtrat in Bad Reichenhall über eine vertiefte Prüfung einer Ortsumfahrung ‚AuenTunnel‘ für Bad Reichenhall. Anstatt die bereits untersuchte, genehmigte und sogar im aktuellen ‚Vordringlichen Bedarf‘ des Bundesverkehrswegeplanes stehende Ortsumfahrung über einen Kirchholztunnel und Stadtbergtunnel voran zu bringen, folgt sie den Plänen des Industriellen und Bauunternehmers Max Aicher. Der sorgt zudem dafür, dass eine alternative Ortsumfahrung komplett in einer ‚offenen Bauweise‘ erfolgen kann, mit einem Auftragswert von rund 170 Millionen Euro.

Der Kirchhollztunnel ist die deutlich kürzere Strekce, sowohl nach Lofer als nach Berchtesgaden. Die Loferer Straße bleibt komplett bestehen und wird zu einer echten Entlastungsstraße

Für die Stadt Bad Reichenhall bedeutet diese ‚Alternative‘ eine Zerstörung des Auwaldes und ein absehbares Verkehrschaos. Es wird von dem AuwaldTunnel keine Abzweigung in Richtung Innenstadt geben und die Loferer Straße (jetzige Umfahrung) wird bei der Rupertustherme (Friedrich-Ebert-Allee/ Kurfürstenstraße) enden. Die Umfahrung Loferer Straße hin zum Stachus wird es nicht mehr geben. Damit wird der örtliche Verkehr wieder in die Stadt gedrängt, anders als beim Kirchholztunnel. Hier wird die bestehende Loferer Straße zu einer echten Entlastungsstraße für Bad Reichenhall. Ein starkes Ansteigen des Verkehrsaufkommens in der Friedrich-Ebert-Allee und Kurfürstenstraße ist sehr wahrscheinlich.

Salinenkreisel völlig überlastet

Auch der jetzige Abschleifer von der B20 / B21 auf Höhe der Kretabrücke in Richtung Karlstein soll nach den Plänen des Max Aichers völlig entfallen. Es bleibt dann nichts mehr anderes übrig, als nach der Kretabrücke den Abschleifer in Richtung Innenstadt zu fahren und über den Salinenkreisel dann in Richtung Karlstein. Dieser Verkehrsknotenpunkt ist bereits heute stark überlastet und wird mit einem AuenTunnel zu einer echten Herausforderung für die Stadt Bad Reichenhall, vor allem aber für die betroffenen Bewohner in Kirchberg und Karlstein. Der starke Berufsverkehr zur Bundeswehrkaserne und ‚Truppenbewegungen‘ verschärfen die Situation ebenfalls.

Chance für das Leopoldstal verspielt

Eine weitere Chance für Bad Reichenhall verbaut der AuenTunnel nachhaltig. Die mit dem Kirchholztunnel erreichte Entlastung des Leopoldstales – also der Abkürzer über Weißbach / Bayerisch Gmain nach Berchtesgaden – wird nicht erreicht. Der Kirchholztunnel böte hier die schnellere und kürzere Strecke, der AuenTunnel nicht.

Mehr Lärm und Abgase für Staufenbrücke

Eine steigende Belastung durch einen intensiven Ausbau der B20 / B21 im Bereich des Gablerknotens bis hin zum Landratsamt wird vor allem die Bewohner in Staufenbrücke hart treffen. Lärm, Abgase und Verkehr werden in diesem Bereich stark zunehmen. Der Beweis, ob die Verkehrsführung über einen AuenTunnel auch zu einer Verkehrsentlastung für Karlstein führt, ist noch nicht erbracht. Beim Kirchholztunnel ist er eindeutig.

Stadt wird Kostenträger der Loferer Straße

Die Stadt Bad Reichenhall wird bei der sehr unwahrscheinlichen Realisierung des Auentunnels darüber hinaus zum Kostenträger für den Erhalt und den Unterhalt der Loferer Straße. Das wurde bei der Variante Kirchholztunnel ausdrücklich ausgeschlossen. Unser Fazit:

Der Stadtrat von Bad Reichenhall – ausgenommen die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG) – beschließt mit einer vertieften Untersuchung einer Aicher-Variante Auentunnel ein Projekt, dass der Stadt schadet.

  • Ein AuenTunnel zerstört das wichtigste Naherholungsgebiet der Stadt Bad Reichenhall
  • Ein AuenTunnel verschärft die Verkehrssituation in der Innenstadt
  • Ein AuenTunnel zerstört den wunderschönen Natur-Radweg entlang der Saalach
  • Ein AuentTunnel zerstört den Stellplatz für Wohnmobile
  • Ein AuenTunnel zerstört den beliebten Kinderspielplatz
  • Ein AuenTunnel nimmt der Jugend das einzige Freizeitgelände der Stadt
  • Ein AuenTunnel verschärft die Grundwasserproblematik
  • Ein AuenTunnel zerstört ein intaktes Ökosystem

Die mittlerweile mehrfach präsentierten Pläne des Max Aichers sind eindeutig. Sie sind von ortskundigen Bad Reichenhallern – also auch von den Stadträten – deutlich lesbar und zu verstehen. Handeln die Stadträte im Interesse der Stadt, der Bürger und Gäste von Bad Reichenhall? Sind die Stadträte dem Industriellen, Bauunternehmer und Großinvestor in Bad Reichenhall, Max Aicher, verpflichtet? Wir werden es bei der heutigen Sitzung des Stradtrates erleben.

Ein Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s