Erneute Absage an den AuenTunnel

Der Bund Naturschutz hat sich Zeit gelassen, er hat erst die Entscheidung des Stadtrates in Bad Reichenhall abgewartet, der sich mit knappen 13 : 11 Stimmen für eine Prüfung der ‚Idee eines AuenTunnels‘ ausgesprochen hat. Dabei war die klare Absage an einen AuenTunnel von Seiten des Naturschutzes aus überhaupt keine Frage, wie jetzt richtig argumentiert wurde: „Dass jetzt die Auenlandschaft an der Saalach geopfert werden solle, ist für die Naturschützer völlig abwegig.“

Die Entscheidung des Stadtrates abgewartet

Der Bericht in der heutigen Ausgabe des Reichenhaller Tagblattes

Möglicherweise aber wäre die Entscheidung des Stadtrates dann gegen einen Prüfauftrag ausgefallen. Der Verdacht drängt sich auf, dass der Bund Naturschutz aber eben dies verhindern wollte. Dafür spricht auch, dass beide Ortsvorsitzende in Bayerisch Gmain wohnen und seit vielen Jahren erbitterte Gegner des Kirchholztunnels sind. Es wurde ja auch nicht verabsäumt, das Veto gegen den Kirchholztunnel in der Presseerklärung vorweg zu stellen. Alles nun, was der Realisierung der Ortsumfahrung von Bad Reichenhall über einen Kirchholz- und Stadtbergtunnel hilft, wird darum vom Bund Naturschutz geblockt.

Naturschutz oder Eigeninteresse?

Wir vom Verein ‚Reichenhall pro Kirchholztunnel e.V.‘ fragen uns darum, in wie weit die ablehnende Haltung des Bund Naturschutz gegen die Ortsumfahrung Kirchholztunnel im Eigeninteresse der beiden Vorsitzenden der Ortsgruppe Bad Reichenhall, Renoth und Billmeier, begründet ist. Mit sachlichen Argumenten jedenfalls ist die Ablehnung nicht nachzuvollziehen.

Natürlich, ein Kirchholztunnel stellt am Gablerknoten und am Golling einen Eingriff in die Natur dar. Das lässt sich nicht abstreiten, auch nicht die Dimension der Ein- und Abschleifer. Wir meinen, das Straßenbauamt hat hier dringenden Bedarf an einer Nachbesserung, und dies soll im Rahmen eines Tekturplanes auch erfolgen.

Bund Naturschutz blockiert eine Ortsumfahrung

Die Situation aber weiter so zu belassen ist ebenfalls nicht vertretbar, nicht bei dem Verkehrsaufkommen und bei dem Status einer Kurstadt, eines Heilbades gegen Erkrankung der Atemwege. Es blockiert die Entwicklung der Stadt Bad Reichenhall und schädigt seit Jahrzehnten die Gesundheit der Anwohner. Als Lösung wird immer wieder Lärmschutz, Einhausung und ein Ausbau im Bestand gefordert. Und damit wird eine Ortsumfahrung von Seiten des Bund Naturschutz boykottiert. Das Staatliche Bauamt Traunstein (SBT) wird sogar als Lärmschutz-Verhinderungs-Anstalt bezeichnet.

Bund Naturschutz arbeitet mit Scheinargumenten, mit ‚fake news‘

Was aber ist dran am Lärmschutz, wie realistisch ist er? Seit zehn Jahren wird er den betroffenen Bürgern versprochen und es passiert nichts. Warum nicht? Die Antwort des SBT ist eindeutig.

  • Die Grenzwerte werden nicht überschritten, und damit fehlt die gesetzliche Grundlage – Punkt.
  • Ein Lärmschutz müsste durchgängig sein, und damit würden alle Zufahrten zur Loferer Straße entfallen und sich der Verkehr vermehrt auf die Innenstadt konzentrieren. Auch das geht nicht!
  • Die Anwohner können für einen laufenden Meter Lärmschutz mit Kosten von 10.000 Euro nicht aufkommen.
  • Der Platz fehlt an entscheidenden Stellen.
  • Die Stadt hätte damit eine ganz neue moderne Stadtmauer mit vier Metern Höhe. Die Bebauung direkt an der Loferer Straße ist in weiten Teilen nämlich vierstöckig.

Damit ist eindeutig: Die Forderung nach einem umfassenden Lärmschutz greift ins Leere. Ebenso eine Einhausung mit der gleichen Problematik. Dazu kommt noch:

  • Eine Tieferlegung der Loferer Straße bereitet Probleme mit dem Grundwasser
  • Ein ‚Ausbau im Bestand‘ ginge nur mit einer Ersatzstraße. Wo aber soll diese gelegt werden? Durch die Saalachau, über das Grundstück des Sägewerks Fritzer? Den gesamten Verkehr durch die Stadt zu führen ist unrealistisch.
  • Was heißt ‚Ausbau im Bestand‘? Eine vierspurige Schnellstraße direkt zwischen Kurzone und dem Naherholungsgebiet der Saalachau?

Also, was ist dran an den so genannten Alternativen, die der Bund Naturschutz anbietet? Der Wunsch ist hier wohl der Vater des Gedankens. Der Wunsch um jeden Preis eine Ortsumfahrung Kirchholztunnel zu verhindern. Wir glauben bei dem Engagement auch nicht an einen Zufall, dass die Ortsvorsitzenden ihren Wohnsitz zwischen Golling und Kirchholz haben. Übrigens liegt der Wohnsitz der  beiden Vorsitzenden des Vereins Reichenhall pro Kirchholztunnel in unmittelbarer Nähe zur Loferer Straße. Aus reinem Eigeninteresse könnten sie sehr wohl der Realisierung eines Auentunnels zustimmen. Im allgemeinen Interesse aber sehen sie in der Zerstörung des Auswaldes, der Reste der Saalachau, keine Option.

Ein Kommentar

  1. Die Befürworter und die Gegner des Kirchholztunnels lassen sich deutlich unterscheiden. Befürworter sind alle, die sich durch den starken Verkehr geschädigt sehen sowie diejenigen, für die das Wohl unserer Stadt an erster Stelle steht, Gegner sind diejenigen, die vom Durchgangsverkehr nicht betroffen sind oder das Eigeninteresse über das der Einwohnergemeinschaft stellen oder aber Bürger, die, ohne hinreichende Gründe nennen zu können, die Ablehnung so sehr in sich hineingefrassen haben, daß sie zu einem vernunftgemässen Verständnis nicht mehr in der Lage sind.

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