Reichenhall macht sich lächerlich

Ein Leserbrief von Wolfram Jahn sen.,
veröffentlicht am 04.11.2017 im Reichenhaller Tagblatt

Politik ist öffentlich, auch die Akteure

20 Jahre ist nichts geschehen und jetzt wird bei sachlicher Argumentierung auf einmal der Begriff „ Ehrabschneidend“ in die Diskussion eingebracht. Dieses Wort ist nur dann angebracht, wenn jemand unsachlich, diffamierend oder böswillig „herabgewürdigt“ wird. Herr Spranger und Herr Voglreiter haben nach bestem Wissen und Gewissen sachliche Kritik an einer öffentlichen Person – dem 2.ten Bürgermeister von Bad Reichenhall geübt. Richtig ist, wer sich mit seiner Stimme im Stadtrat für die Prüfung des Auentunnels ausspricht, nimmt billigend eine mögliche Abholzung des Waldes in der Au und am Stadtberg in Kauf, die Zerstörung der Jugendeinrichtung und des Wohnmobilstellplatzes, wenn man die Sache weiterdenkt.

Verkehrsprobleme: Wer blockiert hier was?

„Ablehner sind Blockierer einer Lösung “ soll von den eigentlichen Blockierern ablenken, denn wer verhindert schon seit 20 Jahren eine Lösung der Verkehrsprobleme von Bad Reichenhall. Der Hinweis von Herrn Nürbauer, dass es „allen Räten um eine Verbesserung der Verkehrssituation gehe“ ist schlecht nachvollziehbar. Das Verkehrsaufkommen hat sich gewaltig gesteigert, welches jeder Autofahrer beim Einfahren in die B20/21 oder Abbiegen in Richtung Innenstadt durch lange Wartezeiten feststellen kann. Nürbauer argumentiert mit möglichen Alternativen, welche vom Straßenbauamt bereits geprüft und verworfen wurden, oder sogar mit neuen Ideen. Überdeckelung mit Interimsstrecken. Wo und wie denn?

Eine Autobahn zwischen Kurstadt und Saalachau?

Die Aussage, eine vierspurige Tunnelröhre müsste als Ortsumfahrung gegraben werden ist sachlich falsch, denn hier wird vom Straßenbauamt energisch widersprochen. Bei der Vorstellung des Auentunnels wurde getrickst, weil Herr Steinmassl andere Tunnel-Querschnitte vorstellte als in der Stadtrats-Sitzung. Ab Reichenbachstrasse soll der Auentunnel auf der jetzigen Streckenführung der B20/21 gegraben und die Zubringerbrücke zur Kreta-Brücke abgerissen und neu gebaut werden. Die Frage nach der Verkehrsführung wird wohlweislich übergangen, denn die logische Lösung wäre die Reichenbachstrasse und der Salinenkreisel.

Kretabrücke und Salinenkreise werden ausgeklammert

Wie und wohin mit dem Verkehr zur Kaserne und nach Traunstein. Das Ganze sieht nicht nach sehr durchdacht aus. Was dann Kosten und Ärger auf die verantwortlichen Stellen zukommt ist vorhersehbar. Die SPD-Fraktion soll sich lieber ihrer „sozialen Verantwortung“ für die Bürger stellen und die Vereinigung „Lebenswertes Reichenhall“ sich mal klar sein, dass ein lebenswertes Leben nicht nur im Reichenhaller Norden erforderlich ist. Die Argumente, dass der Golling großflächig zerstört wird und die Oberstadt mit Lärm und Abgasen zugedeckt wird, müsste mal sachlich überdacht werden. Die Wanderwege und sogar die „Ski-Wiese“ und die Idylle der Burg Gruttenstein bleiben bei der Ortsumfahrung Kirchholztunnel erhalten.

„Es ist eine Zumutung für die Bürger“

Was ist, wenn der Kreisel am Festplatz und die Hangstraße am Stadtberg mit Brücke über die Bahn und B20 gebaut werden sollte? Auch dafür muss ein Teil vom Golling geopfert werden und Lärm und Abgase für die Oberstadt. Mehr als beim Kirchholztunnel. Manfred Hofmeister und auch Michael Nürbauer sind seit jeher Gegner der Ortsumfahrung Kirchholztunnel und jedes Argument den Bau zu verzögern oder verhindern ist ihnen recht. Nürbauer: „Es muss Alles geprüft werden“. Vielleicht den Transitverkehr auf eine neue Bahnstrecke durch das Saalachtal, eine Hängebrücke über Bad Reichenhall, oder sogar einen Basistunnel von Wals bis Unken. Hauptsache die genehmigte Ortsumfahrung Kirchtunnel wird aufgeschoben.
Das Ganze ist eine Zumutung für die Bürger und Gäste von Bad Reichenhall und gibt uns der Lächerlichkeit preis.

Wolfram Jahn sen.

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Ein Kommentar

  1. […] Das Bauamt in Traunstein selbst wird eine Untersuchung auch nicht in wenigen Wochen abschließen können. Braucht es ebenfalls fünf bis sechs Monate Zeit, hat die Stadt Bad Reichenhall einmal mehr ein ganzes Jahr verstreichen lassen, indem es den Bürgern und Gästen der Stadt mutwillig dem stetig wachsenden LKW- und PKW-Verkehr auf der B20 und B21 ausgesetzt hat. Und die Ansage des Bauamtes ist deutlich und wird sich auch unter dem neuen Leiter, Baudirektor Christian Rehm nicht ändern. Es werden zuerst jene Projekte ‚abgearbeitet‘, hinter denen die Stadt bzw. die Gemeinde steht und nach 30 Jahren kein Szenarium „Wünsch dir was“ aufführt. Bad Reichenhall macht sich lächerlich. […]

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