Ein klares Veto aus Bad Reichenhall für den Kirchholztunnel

Den ganzen Artikel aus dem Reichenhaller Tagblatt vom 24.11. finden Sie am Ende dieses Artikels. Der Tunnel tritt etwa auf der unteren Hälfte der abgebildeten Wiese aus dem Berg. Insofern manipuliert das Foto der Redaktion zugunsten der Gegner der Ortsumfahrung Kirchholztunnel.

Die Reaktionen auf das „Nein“ des Bayerisch Gmainer Rates zur Ortsumfahrung Kirchholztunnel für Bad Reichenhall fiel heftig und eindeutig aus. Wir veröffentlichen hier vier Leserbriefe dazu:

Angelika Simon-Gertz aus Bad Reichenhall schreibt:
„Penetrante Ignoranz aus Bayerisch Gmain?“

Ich finde es –milde gesagt- befremdend von Herrn Jost zu sagen, wir Reichenhaller hätten ja schon eine Umgehungsstraße, und wir würden zu viel jammern. Ja kommt er denn nie herunter von seiner Anhöhe? Die Loferer Bundesstraße ist die Hauptverbindung durchs „Deutsche Eck“ für Transportunternehmen und sehr viele Pendler, wie man am täglichen Stau sehen kann. Ganz zu schweigen von den vielen Unfällen, Sirenengeheul gehört zum Alltag.

Es zeugt schon von penetranter Ignoranz einiger Bayerisch Gmainer, Reichenhall´s Infrastruktur und die angenehmen Seiten der Stadt zu nutzen und sich dann wieder auf die Höhe zurückzuziehen, um sich von dort aus (wohl mit Unterstützung des Lobbyisten Herrn Aicher) gegen die einzig sinnvolle Lösung eines Kirchholztunnels zu stellen. Schon immer werden Städte unterkellert, in Weingegenden sind ganze Tunnelsysteme unter die Orte gebaut. Unter Berlin befindet sich ein Tunnelsystem mit gigantischen Ausmaßen, moderne Städte bauen U- und S-Bahnen…

Da frage ich mich, wovor fürchtet man sich in Bayerisch Gmain? Etwa vor einem Monster, das aus den Tiefen des Berges Häuser von unten anknabbert oder gar in den finsteren Abgrund zieht? Oder hat etwa der ein oder andere sich sein eigenes Bunkersystem unter seiner Villa gebaut, um das er jetzt bangt? So etwas gab es doch schon einmal…

Stadtrat Fritz Hötzendorfer schreibt:
„Nicht nur Abgeordnete für Bayerisch Gmain“

„Der Gemeinderat von Bayerisch Gmain ist einstimmig der Auffassung, dass Staatssekretär Gerhard Eck die Variante Auentunnel prüfen lassen soll und hat in seiner jüngsten Sitzung eine entsprechende Forderung beschlossen.
Dass ‚einfache‘ Gemeinderäte über ihren Kirchturmhorizont nicht hinausblicken wollen oder können, ist vielleicht gerade noch verständlich, wenn auch nicht nachvollziehbar. Bei der Landtagsabgeordneten Michaela Kaniber fehlt mir dafür aber jedes Verständnis. Deren Wahlkreis reicht bekanntlich vom Königssee bis über Laufen hinaus, umfasst also zweifellos auch Bad Reichenhall. Die Interessen der dortigen Wähler hätte sie also eigentlich auch zu vertreten. Das hat sie offenbar vergessen. Der Reichenhaller Wähler wird es ihr bei der Landtagswahl 2018 danken. Am besten wäre gewesen, Sie hätte zu dem Thema gar nichts gesagt. Aber das fällt ihr offenbar schwer.

Dieter Unterbuchberger schreibt:
„Normalerweise kämpfen die Grünen um jeden Baum“

Eine weiterführende Planung des Auentunnels will Herr Renoth unterstützen. Die Bayerisch Gmainer täten gut daran, auch an das Leopoldstal und die Großgmainer Straße (Ortszentrum) zu denken. Ein Auentunnel wendet den Ausweichverkehr nicht ab. Eine ganz offensichtlich und objektiv belegte hohe Verkehrsbelastung mit ‚Gejammere‘ abzutun ist von Herrn Jost anmaßend und lässt tief blicken.

Normalerweise kämpfen die Grünen um jeden Baum, um jedes noch so kleine Ökosystem. Die Natur entlang der Saalach, der Auwald, ist Ihnen einerlei. Egal wenn über 4000 Bäume durch einen Auentunnel gefällt werden müssten. Seit 40 Jahren ertagen wir Anwohner an der B20/ B21 Lärm und Abgase. In den 60ger Jahren wurde die Ortsumfahrung gebaut. Der Verkehr heute hat sich gegenüber damals mehr als verdreifacht – und das hätten selbst gewagte Prognosen nicht für möglich gehalten. Damals war es ein mutiges und fortschrittliches Projekt. Über die Jahrzehnte hinweg wurde dann immer wieder versprochen in Sachen Lärmschutz und Abgase etwas zu unternehmen, nichts ist passiert. Bad Reichenhall ist eine Kurstadt wenn sie das BAD noch halten will muss etwas geschehen.

Es gibt nur eine effektive Lösung, den Kirchholztunnel, der den Verkehr vom Gablerknoten über den Golling bis fast an den Saalachsee führt. Ein Auentunnel löst unsere Verkehrsprobleme nicht. Ein Tunnel in 30 Metern Tiefe beeinträchtigt den Ort Bayerisch Gmain nicht, in keiner Weise. Alle, auch die Bayerisch Gmainer profitieren gerne von dem Staatsbad Bad Reichenhall, doch ein Tunnel darf nicht gebaut werden.

Wenn jetzt wieder eine Variante geprüft werden soll – nachdem man sich 20 !! Jahre lang nicht bewegt hat – wird es wieder eine zeitliche Verzögerung geben und die Kosten steigen ins Unermessliche. Das zahlt der Steuerzahler! Alle vorgeschützten Alternativen der ewigen Verhinderer sind auf einmal vergessen und nichtig – Schall und Rauch, denn nichts anderes waren Sie. SPD und Grüne haben jeden Verkehrs-Fortschritt in Bad Reichenhall verhindert – ihnen ist die Verkehrsmissere von heute geschuldet, ein „lebenswertes Marzoll“ hat sich drangehängt.

Leserbrief von Wolfram Jan sen. aus Bad Reichenhall:
„Gut nachbarliche Beziehungen sind anders“

Es ist schon sehr merkwürdig, dass ein bei Kassenprüfungen übergenauer und auf Sparsamkeit beim Umgang mit Steuergeldern bedachter Bayerisch Gmainer Gemeinderat, auf einmal Steuermittel vergeuden will, um eine schon gründlichst überprüfte Variante der B20/21 noch einmal zu veranlassen. Das Staatliche Straßenbauamt hat eine Tieferlegung der Loferer-Straße aus großen Bedenken wegen des Grundwassers verworfen. Für all diese Untersuchungen, einschließlich Planung des Kirchholz-Tunnels, wurden mehrere Millionen ausgegeben.

Der Golling wird auf jeden Fall, nach den momentan aktuellen Planungen für den Auentunnel geschädigt, weil hier der Verkehr nach Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain verteilt wird. Außerdem ist es vorbei mit dem romantischen Blick nach Süden, denn am Stadtberg wird der Schutzwald abgeholzt und ein Lehnendamm oder Galerie gebaut um den vom Kreisel kommenden Verkehr in Richtung B 20 aufzunehmen. Das Thema: Sole-Quellen wurde schon zigmal durchgekaut. Weitere Argumente der Ablehnung sind Geothermie-Bohrungen, die nicht mehr genehmigt werden.

Da haben die vom Verkehr betroffenen Bürger von Bad Reichenhall, ganz andere Sorgen. Nämlich Grundwasser. Was dieses Thema anbelangt, wird die Ausführung von Herrn Renoth schon makaber. Der Auentunnel führt durchwegs im Grundwasser und legt sich wie ein Sperrwall, vor die Grundwasserströme, die in Richtung Saalach fliesen. Die Haus- und Tiefgaragenbesitzer, ab Kurfürstenstraße, hatten schon bei den letzten Hochwassern vollgelaufene Keller und Tiefgaragen, durch das zurückgestaute Grundwasser. Folgen: erhebliche Unkosten durch Trocken-Maßnahmen und bedeutend gestiegene Versicherungen. Wertverlust der Immobilie. Das sollen die betroffenen Anwohner also klaglos hinnehmen.

Die Bemerkung von Herrn Jost:“ Ihm wird hier zu viel gejammert“, ist an Zynismus nicht zu übertreffen. Er erlebt nicht ab 4 Uhr morgens, bis in die späten Nachtstunden den Schwerlastverkehr und die täglichen, stundenlangen Staus auf der Loferer-Straße mit Anfahrlärm und Abgasen. Zudem wurde die Loferer-Straße nicht als Umgehungsstraße gebaut, sondern als Verkehrsentlastung für die Innenstadt. Sollte der Auentunnel wirklich zustande kommen, werden sich die Anwohner des Leopoldstal und der Groß-Gmainerstraße herzlichst bei ihren weisen Räten bedanken, denn in Zeiten des“ Navi“, das ja den kürzesten Weg zeigt, wird noch mehr Verkehr durch diesen Teil der Gemeinde mit Schule und Kindergarten fließen. Denn die Fahrstrecke wird, bedingt durch den Auentunnel länger.

 

Der Tunnel tritt etwa auf der unteren Hälfte der abgebildeten Wiese aus dem Berg. Insofern manipuliert das Foto der Redaktion zugunsten der Gegner der Ortsumfahrung Kirchholztunnel. Man sah sich auch genötigt – was bei allen anderen Beiträgen zu diesem Thema bislang unterlassen wurde – gleich eine Stellungsnahme des Innenministeriums einzuholen. Entschieden ist in der Sache aber längst noch nichts.

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s