Was treibt die Bürgermeister in Bad Reichenhall um?

Verspielt die Alpenstadt Bad Reichenhall ihre Zukunft, Tod durch Verkehrskollaps, Lärm und Abgase?

Ein großes Thema ist in Bad Reichenhall der Verkehr, der täglich mit bis zu 40.000 Fahrzeugen auf der B20 & B21 direkt an der Kurstadt vorbeirauscht. Der hohe LKW-Anteil mit bis zu 20 Prozent erhöht den Lärmpegel beträchtlich und seit 30 Jahren kämpft die Stadt um eine Ortsumfahrung – und weiß sie auch gleichzeitig zu verhindern.

Bürgermeister beim Straßenbauamt

Jetzt wollen gleich alle drei Bürgermeister der Stadt, nämlich Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner, sowie zweiter Bürgermeister Manfred Hofmeister und dritter Bürgermeister Hans Hartmann das Anliegen voran treiben, und bei dem neuen Leiter des Straßenbauamtes in Traunstein, Baudirektor Christian Rehm, vorstellig werden. Aktuell soll es dabei um einen anstehenden Prüfauftrag für eine neue Variante der Ortsumfahrung über die Saalachau gehen. Und das Bürgermeistertrio lässt dabei nichts Gutes für Bad Reichenhall befürchten.

Max Aicher mischt in der Stadt mit

Der Stadtrat hat mit der denkbar knappsten Mehrheit nämlich entschieden, eine neue Variante untersuchen zu lassen, die von dem Industriellen und Bauunternehmer Max Aicher eingebracht wurde. Sehr weit fortgeschrieben in dem aktuell ruhenden Planfeststellungsverfahren ist eine ganz andere Ortsumfahrung, nämlich über den Kirchholz- und Stadtbergtunnel. Für sie gibt und gab es in den letzten zehn Jahren auch drei Stadtratsbeschlüsse.

Die Bürgermeister sind nicht neutral

Es ist aber bekannt in Bad Reichenhall, dass Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner ein klarer Befürworter der Aichervariante Auentunnel ist. Wenige Wochen nachdem die Ortsumfahrung Kirchholz- und Stadtbergtunnel nämlich offiziell in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 2030 aufgenommen wurde (Dezember 2016), sprach Dr. Lackner direkt beim damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vor. Nicht etwa, um nun endlich die weitgehend genehmigte Ortsumfahrung voran zu bringen, sondern gemeinsam mit Max Aicher eine ganz neue Variante ins Spiel zu bringen.

Hofmeister arbeitet mit Fake-News

Auch der zweite Bürgermeister Manfred Hofmeister ist ein erklärter Gegner des Kirchholztunnels und macht kein Geheimnis daraus. Als Vereinsvorsitzender von „Lebenswertes Bad Reichenhall“ arbeitet er ganz unverblümt mit Fake-News gegen die dem Bedarfsplan zugrunde liegende und genehmigte Ortsumfahrung Kirchholztunnel und Stadtbergtunnel. Es war darum nicht verwunderlich, dass er sich sehr positiv für die Aichervariante Auentunnel ausspricht.

Das Gewerbe treibt die Angst

Der Dritte im Bunde, 3. Bürgermeister von Bad Reichenhall, ist der Unternehmer und Metzgermeister Hans Hartmann. Ihn treibt von jeher die Sorge für den Einzelhandel in Bad Reichenhall um. Seit vielen Jahren gibt es in in der Alpenstadt viele Leerstände in den Geschäften. Was, wenn mit einer Ortsumfahrung weitere Kunden ausbleiben? Bei den Gewerbetreibenden geht die Angst um, denn ein Kirchholztunnel wird nicht als Chance für die Stadt gesehen, die als Kurstadt doch eigentlich von der Ruhe und einem gesunden Klima leben sollte.

Kur und Naherholung contra Verkehrskollaps

Noch dazu freut sich Bad Reichenhall über viele Gäste aus dem nahen Salzburg. Im Großraum Salzburg leben immerhin 250.000 Menschen als potentielle Kunden. Allein es fehlt dem Einzelhandel in Bad Reichenhall an Konzept und Mittel, diesen Markt professionell anzusprechen. So bleibt die Sorge in der Stadt, wenn der überregionale Verkehr nicht mehr direkt an der Kurzone I vorbeirauscht. Ein Auentunnel also käme den Geschäftsleuten ganz gelegen, auch wenn er das Verkehrsproblem nicht wirklich löst und der Verkehr mit allen seinen negativen Folgen im Tal bleibt. Eine Rodung der Saalach-Auen und ein massiver Eingriff in das Landschaftsbild sowie eine Zerstörung des Naherholungsgebietes werden für ein paar Euro mehr Umsatz gern in Kauf genommen.

Hat Bad Reichenhall noch eine Zukunft?

Es bleibt nichts Gutes zu hoffen für Bad Reichenhall, wenn diese drei Bürgermeister dem Bauamt ihre Aufwartung machen. Denn:

  • Zusätzliche Prüfung Auentunnel kostet Zeit, Geld und Kapazitäten
  • Das Bauamt konzentriert sich auf ‚positive‘ Projekte
  • Es könnte zu einer ganz neuen Bedarfsfeststellung führen
  • Das Projekt wäre bis zum Jahr 2030 ‚gestorben‘
  • Bad Reichenhall fährt ein hohes Risiko
  • Viele Bürger sind entschieden gegen den Auentunnel
  • „Fritzer“ verkauft auf keinen Fall seinen Grund und Boden
  • Wann engagiert sich die Stadt für den Kirchholztunnel?
  • Die Bürger werden hingehalten und um eine Umfahrung betrogen
  • Leopoldstal, Innenstadt, Obere Stadt, Karlstein, Thumsee sind ebenso betroffen

Darum fordern wir als Verein die Stadt Bad Reichenhall, die Bürgermeister und auch den Stadtrat auf:

Sorgen Sie endlich für ein Ende dieses Verkehrs-Alptraumes direkt an der Kurzone und setzen Sie sich mit allem Nachdruck für eine schnelle Realisierung des Kirchholztunnels und Stadtbergtunnels ein!

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