Grünes Licht für eine Ortsumfahrung in Bad Reichenhall

Vor 48 Jahren, als unsere Elterngeneration noch jung war, hatte man in Bonn (heute Berlin) bereits die Notwendigkeit einer Ortsumfahrung erkannt. Im Dezember schreibt MdB Dorothee Bär im Auftrag von Bundesminister a. D. Alexander Dobrindt:
„Eine Ortsumgehung von Bad Reichenhall ist bereits seit 1970 Bestandteil der Bedarfspläne (eingestuft 1970, 1986, 2004 im Weiteren Bedarf und 1976, 1980, 1994, 2016 im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes.“

Immer wieder, ganze sieben Mal, stand das Projekt Ortsumfahrung Bad Reichenhall ganz oben auf der Agenda im Bundesverkehrswegeplan. Den Experten in München, Bonn und Berlin war aus ganz objektiven Gesichtspunkten völlig klar, dass nur mit einer „Verkehrstechnischen Lösung“, mittels einer Umfahrung über den Kirchholz- und Stadtbergtunnel, diesem hohen Verkehrsaufkommen auf den vereinten Bundesstraßen B20 und B21 in Bad Reichenhall beizukommen ist. Pro Kirchholztunnel ist Pro Reichenhall.

Der Kirchholztunnel: eine direkte Linie, der kürzeste Weg, die sauberste Lösung, ein Gewinn für ganz Bad Reichenhall

Pläne, Mittel, Gelder – alles war bereit, schon vor über 40 Jahren (1976) mit der erstmaligen Aufnahme der Ortsumfahrung Bad Reichenhall in den Vordringlichen Bedarf. Doch damit nicht genug. Auch 1980 und 1994 stand die Maßnahme Kirchholztunnel und Stadtbergtunnnel ganz oben auf der Agenda. MdB Dorothee Bär schreibt dazu:
„Das heißt, seit langer Zeit laufen bereits Bemühungen der Bayerischen Straßenbauverwaltung (SBV) die verkehrliche schwierige Situation in Bad Reichenhall mit seiner engen Tallage und dem hohen Durchgangsverkehr verkehrlich zu verbessern. Bedauerlich ist, dass dies bis heute nicht gelungen ist, was vor allem der schwierigen Situation vor Ort geschuldet ist.“

Politik und Stadt muten den Bürgern
30 Jahre lang einen Verkehrsinfarkt zu

Mit „schwierigen Umständen“ meint Bär nicht etwa baulich nicht zu bewältigende Probleme, sondern ein politisches Taktieren von SPD und Grüne. Und sie haben bis heute Erfolg damit. Seit 30 Jahren verhindern sie eine Ortsumfahrung für Bad Reichenhall, die – ginge es nach dem Bund und der Bayerischen Staatsregierung – längst schon gebaut worden wäre. Dabei geht es nicht allein um irgendeine Ortsumfahrung als bauliche Maßnahme für eine abstrakt zu verwirklichende Verkehrssituation, sondern um das Wohl und um die Gesundheit der Bürger von Bad Reichenhall, nämlich Pro Reichenhall und damit auch Pro Kirchholztunnel.

Seit 30 Jahren nämlich sind die Bürger von Bad Reichenhall täglich einem stetig wachsendem Verkehrsaufkommen ausgesetzt. Falsche Versprechen wie Lärmschutzwände, Verkehrsberuhigung, eine Umleitung von Verkehrsströmen oder gar eine Abnahme des Verkehrs haben viele Bürger viel zu lange ruhig gestellt. Heute ist nur noch die Frustration übrig, nämlich 30 Jahre lang ‚für dumm verkauft worden zu sein‘. Nichts anderes meint MdB Dorothee Bär wenn sie von einer „ schwierigen Situation vor Ort“ spricht.

Der Bund genehmigt 7 x
die Orstumfahrung Kirchholztunnel

Doch in Bad Reichenhall gibt es kein Umdenken und kein Einlenken. Auch wenn der Bund gleich sieben Mal die Orstumfahrung Kirchhholztunnel und Stadtbergtunnel genehmigt, die Stadt stemmt sich dagegen. Selbst jetzt, wo täglich lange Staus um die Kurstadt herum stehen, verweigert sich die Stadt und meint mit einer teuren Teillösung nach den Vorstellungen des Industriellen und Bauunternehmer Max Aicher handeln zu können.

Dass dabei das wichtigste Naherholungsgebeit der Stadt, die Saalachau mit dem einmaligen Rad- und Fußweg, alten Bäumen und das Mikroklima der Au zerstört wird, wichtige Infrastruktur für Tourismus und Freizeit und auch eines der ältesten und größten Unternehmen in der Stadt enteignet werden müsste, alles das stört die Stadt Bad Reichenhall nicht. Selbst ein möglicher Anstieg des Grundwassers und die damit verbundene Gefahr für viele Häuser stört in Bad Reichenhall nicht. Sind die verantwortlichen Bürgermeister in Bad Reichenhall faktenresistent? Geblendet von politischen Ideologien und den Interessen eines Max Aicher? Einzig die FWG scheint einen klaren Blick zu behalten und steht geschlossen hinter der von allen Experten für gut befundenen Lösung einer Ortsumfahrung durch den Kirchholztunnel und Stadtbergtunnel.

Bad Reichenhall versinkt im Verkehr
Pro Reichenhall ist Pro Kirchholztunnel

Zum Wohl ihrer Bürger handeln die dafür Verantwortlichen nicht. Besonders dramatisch ist die Situation von 1000 direkt betroffenen Anwohner, aber selbst Ortsteile wie Karlstein, das Leopoldstal und die Innenstadt von Bad Reichenhall ächzen unter der Verkehrslast, die Stadt versinkt im Verkehr. Und jene Kreise, die sich jetzt auf einen Auentunnel berufen, werden es noch in diesem Jahr erleben, dass diese Variante aus objektiven und faktischen Gründen nicht zum Tragen kommen kann. Damit ist für die Stadt – und alle betroffenen Bürger und Gäste – wieder ein Jahr verstrichen. Was nun Bad Reichenhall?

Abschließend stellt MdB Dorothee Bär im Auftrag von Bundesminister a. D. Alexander Dobrindt nochmal klar:
„Richtig ist, dass die von Ihnen favorisierte Projektplanung einer Ortsumgehung mit zwei einröhrigen Tunnelbauwerken „Kirchholztunnel“ und „Stadtbergtunnel“ bereits seit langem verfolgt wird. 1998 hat der Bund den so genannten ‚Gesehenvermerk‘ auf die Planung erteilt und damit seine Zustimmung zur Planung gegeben. In 2000 hat die SBV dann das Planfeststellungsverfahren für das Projekt eingeleitet. Von daher steckt bereits viel Engagement und Arbeit in der Planung mit Kirchholztunnel und Stadtbergtunnel und es wäre sowohl aus Sicht des Landes als auch aus der Sicht des Bundes wünschenswert, wenn die Planung für eine Ortsumgehung von Bad Reichenhall zur Baureife geführt werden könnte.“

Eine vier Kilometer lange und mindestens 30 Meter breite Schneise schlägt der Auentunnel in den Auenwald – offene Bauweise. Im Hintergrund kaum erkennbar 500 Meter offene Bauweise am Golling in der Verbindung Kirchholztunnel / Stadtbergtunnel. Im Vordergrund ein angedeuteter Verlauf des Abluftkanals bis zu den Hängen des Staufens.
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7 Kommentare

  1. […] 40 Jahre schon versteht es die Stadt durch eine völlig konfuse Politik und Interessenlage eine längst fällige Ortsumfahrung in Bad Reichenhall zu verhindern, obgleich der Freistaat und auch die Bundesrepublik Deutschland längst die Notwendigkeit erkannt haben und eine Lösung herbeiführen möchten. Die Bundesstraßen B20 und B21, direkt entlang der Kurzone des Staatsbades mit täglich bis zu 40.000 Fahrzeugen, unterstehen nämlich dem Bund und damit ist auch ihre Funktion und Aufgabe Bundessache. Nicht umsonst muss der Bundestag – nachdem zuvor viele Sachverständige befragt und Gutachten ausgewertet wurden – dem Projekt zustimmen. Und so hat es die Ortsumfahrung Bad Reichenhall mit dem Kirchholztunnel im Dezember 2016 wieder einmal in den „Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes‘ geschafft. […]

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