Bad Reichenhall vor dem Verkehrskollaps?

Im jüngsten Leserbrief von Wolfram Jahn sen. im Reichenhaller Tagblatt, (siehe unten) zeichnet er ein düsteres Bild, sollte ein Ausbau der B20 / B21 ‚im Bestand‘ erfolgen, wie es der Stadtrat von Bad Reichenhall mehrheitlich vom Staatlichen Straßenbauamt Traunstein prüfen lassen will. Damit legt Wolfram Jahn den Finger auf den wunden Punkt, oder wie es in der Sitzung Josef Kaltner vom Stadtbauamt formulierte: „Es handelt sich lediglich um Ideen, die schematisch dargestellt sind. Die Planungsschärfe wird bewusst allgemein gehalten.“

Aber trotz der allgemein gehaltenen Planungsschärfe, was man auch in Richtung einer Unverbindlichkeit interpretieren kann, musste das dem Unternehmer Max Aicher verpflichtete Ingenieursbüro Staller die Pläne anfertigen. Es sind Pläne, die keine Details ausführen und die Problematik für die Stadt Bad Reichenhall in keiner Weise aufzeigen.

„Eine allgemein gehaltene Planungsschärfe“

Vielleicht haben sich die Stadträte ja gerade darum für eine Prüfung ausgesprochen, gemäß dem Motto, so schlimm wird’s schon nicht werden. Und schlimmer kann es wirklich bald nicht mehr werden, denn Bad Reichenhall wartet seit über 40 Jahren auf eine leistungsfähige Ortsumfahrung.

Das ist der Artikel im RT von der Stadtratssitzung. Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Die so viel gepriesene Kurzone des Staatsbades reicht nämlich längst schon bis an die Bundesstraße mit täglich bis zu 40.000 Fahrbewegungen und einem sehr hohen Anteil an LKW-Verkehr. Wie Bad Reichenhall sich dennoch weiter als Kurort bezeichnen kann, bleibt vielen Einheimischen ein Rätsel. Beim täglichen Dröhnen des Verkehrs kommt jede Urlaubsstimmung abhanden.

Dabei bietet der Bund längst eine Ortsumfahrung an, die auch untersucht und genehmigt ist, nämlich über einen zu bauenden Kirchholztunnel und Stadtbergtunnel. Die Stadträte von Bad Reichenhall wollen jetzt aber nach 40 Jahren, nachdem das Projekt endlich im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes ist, noch einmal mit schematischen Skizzen mit einer andere Streckenführung nacharbeiten.

Das ist ein übler Schildbürgerstreich. Hauptverantwortlich dafür ist die CSU, die mit ihrer Mehrheit im Stadtrat das Ansuchen durchgedrückt hat. Auch Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner lässt dabei nichts unversucht – wie bereits mehrfach ausgeführt. Steht Bad Reichenhall vor einem Verkehrschaos?

Leserbrief von Wolfram Jahn sen.
vom 24. September 2018 im RT

„Es ist schon ein starkes Stück, wenn Stadtrat Dr. Wolf Guglhör Fritz Grübl einen Märchenerzähler nennt. Hat doch Herr Guglhör bei der Info-Veranstaltung der SPD zum Auentunnel für dir Reichenhaller Bürger im Gasthof Schießstätte das Märchen erzählt, dass die Bäume an der Saalachau eigentlich nicht ‚autypisch‘ sind und daher bedenkenlos gefällt werden können. Diese Bäume sind wertvolle Sauerstoffspender und Staubfilter, und wir Bürger sind dankbar, dass es diese Bäume gibt.

Auch ließ der Bürgervertretter zu, dass Herr Hermann Steinmaßl (ehem. Landrat des Landkreises Traunstein), der für die Firma Aicher plant, aus meiner Sicht falsche Baupläne den Bürgern vorstellte, ohne dagegen einzuschreiten. Zeugen sind genügend vorhanden. Was hat Herr Steinmaßl fabuliert, wie toll doch die Lösung der Firma Aicher sei; auf konkrete Fragen – zum Beispiel, wie beim Bau dieser Auentrasse der Verkehr fließen soll – fiel diesem keine märchenhafte Lösung ein.

Verkehr Leopoldstal wird weiter zunehmen

Sollte eine der vorgestellten vier Auen-Varianten zum Tragen kommen, wird Bad Reichenhall durch die Baumaßnahmen zum ‚totgerittenen Gaul‘. Bei der Tieferlegung oder Überdeckelung der Loferer-Straße muss der gesamte Verkehr durch Bad Reichenhall geführt werden. Bayerisch Gmain wird sich freuen, denn der Verkehr durch das Leopoldstal wird mehr als zunehmen.

Brennpunkt Reichenbachstraße und Salinenkreisel

Kommt es zur Verwirklichung der Auentrasse, trifft es die Anwohner der Reichenbachstraße und des Salinenkreisels. Die Reichenbachstraße ist verengt, der Salinenkreisel für viele Lastzüge ein Hindernis. Wie erfolgt die Verkehrsführung nach Traunstein und zur Kaserne? Über die schmale Luitpoldbrücke? Da erwartet die betroffenen Bürger und Verkehrsteilnehmer ein märchenhafter Zustand. Wie kommen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zur Wache in der Reichenbachstraße wenn Einsatz ist? Wie wirkt sich das auf die vorgeschriebene Hilfsfrist für BRK und Feuerwehr aus? Das Verkehrschaos ist vorprogrammiert.

Schutzwald wird abgeholzt und Golling betroffen

Eine der vier vorgestellten Varianten beinhaltet einen Kreisel am Festplatz, eine Galerie (Tauernautobahn) oberhalb des Wertstoffhofes (Abholzung des Schutzwaldes), Überquerung der Bahnlinie und der B20, mit Anbindung an die B20. Hierbei wird auch ein Teil des Golling für die Straßenführung benötigt. Ausgeträumt, dass der Golling verschont bleibt. Hierüber haben sich diese so märchenhaft klugen Räte noch keine Gedanken gemacht, sondern träumen nach wie vor von der fabelhaften Lösung der Überdeckelung oder der Tieferlegung der B20 / B21 in Bad Reichenhall. Aber es gäbe doch noch eine fabelhafte Lösung für das gesamte Problem. Nämlich den ‚Fliegenden Teppich‘. Auf diesem wird der gesamte Transit-Verkehr durch das Deutsche Eck geflogen.

Aicher hat einen Bärendienst erwiesen

Die Verdienste um den Predigtstuhl möchte ich Herrn Aicher in keinster Weise absprechen, aber mit der Vorstellung der Pläne für einen Auentunnel wurde unserer Stadt ein Bärendienst erwiesen. Eine Touristen-Attraktion ohne Gäste, weil diese wegen Lärm und Abgasen fernbleiben, wirft keinen Gewinn ab.

Wolfram Jahn, Bad Reichenhall

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