Kirchholztunnel und ein Wort an die Gegner

Genau hier, ganz ‚am unteren Ende‘ des Geländes, eingebettet von zwei Hügeln, entsteht der „Knoten Mitte“ als Verbindung von Kirchholztunnel und Stadtbergtunnel. Es ist der Anschluss an die obere Stadt (Altstadt) von Bad Reichenhall und an die B20 in Richtung Berchtesgaden.

Wir haben einen Bericht aus dem Jahr 2013 wieder aufgegriffen, ihn leicht modifiziert und veröffentlicht. Er scheint uns aktueller denn je zu sein. Es bleibt die berechtigte Frage, welche Argumente der Gegner einer Ortsumfahrung Kirchholztunnel noch halten.

Die Sole und Bad Reichenhall:

Sie ist sicher ! entgegen der über Jahre verbreiteten Ängste der Gegner. Das Gutachten von Dr. Kellerbauer belegt das.

Die Zahlen:

Das Staatliche Bauamt arbeitet mit korrekten Zahlen und geht in seiner Einschätzung und Prognose von dem stark belasteten Verkehr an Werktagen aus. Täglich bis zu 40.000 Fahrbewegungen, darunter 4500 LKW, auf der B20 / B21 in Bad Reichenhall. Die Gegner haben die hohe Belastung durch LKWs ignoriert. Sie müssten es jetzt besser wissen. Der Kirchholztunnel schafft Abhilfe.

Der Golling:

Er wird nur im unteren 1/5 betroffen und bleibt ansonsten unberührt. Von einer „Zerstörung“ kann keine Rede sein.

Die „LKW-Brücke“:

Sie steht längst im Tal von Bad Reichenhall, sogar noch um 20 Meter länger und ganz ohne Lärmschutz. Es ist die Brücke beim „TÜV“. Sie überspannt Frühlingsstraße, Eisenbahn, Ein/Abschleifer, Rad- und Fußweg in einer Länge von über 80 Metern. Ein Brückenbauwerk zwischen Kirchholztunnel und Stadtbergtunnel wird mit einer Lärmschutzwand abgeschirmt.

Der „Abluftschlot“:

Es ist in seiner Höhe (15 Meter) deutlich unter Baumbestand (Fichte 20 – 25 Meter). Der Abluftwert liegt mit 0,2 Prozent deutlich unter dem Grenzwert. Auch ein nachträglicher Einbau von Filtern ist machbar.

Die Obere Stadt:

Bei einer Höhe der Brücke von 7 Metern liegt die Altstadt über 20 Meter unter dem Niveau der Brücke. Es entsteht also keine Beeinträchtigung durch Lärm. Die Windrichtung führt von der Oberen Stadt weg und zusätzlich werden die Abgase in die Tunnel geführt. Eine saubere Lösung. Zudem ist das unter 1/5 des Gollings durch seinen ’natürlichen Halbrund‘ bestens von der Altstadt abgeschirmt.

Flächenverbrauch:

Bei einer Gesamtlänge von 5.116 Meter verlaufen 3.510 Meter im Tunnel. Damit ergibt sich ein Steckenverlauf auf offener Fläche von 1606 Meter. Bad Reichenhall erhält damit eine Ortsumfahrung, die vom Gablerknoten bis fast an den Saalachsee heranreicht. Über die Ausgestaltung der ‚Konten‘ (Gabler & Golling) muss nachverhandelt werden.

Das Verkehrsproblem:

Ohne die Ortsumfahrung Kirchholztunnel bleibt das Verkehrsproblem in Bad Reichenhall bestehen. Auch die jüngst vorgeschlagenen Alternativen lösen weder die Situation am Gablerknoten, noch in Staufenbrücke, beim Landratsamt, im Leopoldstal oder in Bayerisch Gmain. Täglich sind seit 50 Jahren direkt 6000 Anwohner betroffen, zudem aber auch die Innenstadt von Bad Reichenhall und die Kurstadt mit ihrem Prädikat ‚gegen Erkrankung der Atemwege‘.

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8 Kommentare

    • Hallo Herr Friesz,

      Kommentare sind erwünscht – und ich habe auch Ihren freigeschaltet.
      Am Wochenende in der „heißen Phase“ war leider keine Zeit – das war/ ist keine böse Absicht.
      Der Blog wird – wie viele andere Dinge auch – ehrenamtlich betreut – es muss also Zeit dafür sein.

      Ihre Meinung steht für sich, doch haben Sie selbst ja ein ausführliches Gespräch mit Herrn Aicher geführt – soweit ich informiert bin. Wenn sie daraus das Fazit „Aicher-Valley“ ziehen – bitteschön Sie haben ein Recht darauf, ein Recht auf freie Meinung.

      Das Argument „kein Geld“ ist auch nicht neu – der Staat hat nie und für nichts Geld und es wird um jeden Cent gefeilscht – einer gönnt dem anderen nichts – und zudem glaubt man sich ja immer politisch positionieren zu müssen. „Eitelkeit der Eitelkeiten“ spricht der Prediger schon vor 4000 Jahren.

      Und noch ein persönliches Wort:
      In Österreich sind die Tunnel längst gebaut und die Straßen ebenso. Keine „Tunnelgemeinde“ bedauert das heute, sondern ist froh, dass der Verkehr aus dem Ort/ der Stadt ist.
      Auch Bad Reichenhall hatte vor langer Zeit in den 70ern eine ganze Straße gesperrt, eine Umgehung gebaut und eine der längsten und schönsten Fußgängerzonen in Bayern errichtet. Das war eine wirkliche Zukunftsinvestition.
      Und noch eins: Österreichische Frächter profitieren täglich von guten Straßen – und privat darf’s dann kein Tunnel sein?

      Mit besten Grüßen
      Gerd Spranger

  1. Sehr geehrte Damen und Herren von Pro Reichenhall, liebe Leser,

    als Mitstreiter gegen den Kirchholztunnel darf ich die durch die populistische Darstellung der letzten Wochen schwer getäuschten Wähler bitten sich vor Augen zu halten was hier beabsichtigt ist! Setzen Sie das Puzzle der letzten Wochen mal zusammen und beurteilen Sie dann demokratisch und fair. Die Stichworte heißen Pumpspeicherkraftwerk, Predigtstuhlbahn & Hotel, Dolomitabbau, Stromerzeugung und dessen Transport, Thermenhotel mit Garage, Alternativplanung die aus dem Nichts auftaucht!!! Damit ist die Lösung des Puzzles/Rätsels bereits fertig: Das sogenannte „Aichervalley“ !! Lassen Sie sich nicht in die falsche Richtung beeinflussen. Herr Grübel, ein Reichenhaller Stadtrat und heißer Befürworter des Tunnels meinte in der Stadtratssitzung in der über das Ratsbegehren abgestimmt wurde und am 16.1.13 in BGL 24 veröffentlicht wurde dass es sich hier um einen Schauantrag der CSU handle und die Bürger gar keinen Einfluss auf das Geschehen hätten, weil es sich um eine Bundesstraße handle. Was soll also das ganze populistische Getue der letzten Wochen. Beteiligen sich die Freien Wähler nun auch an dieser Schau???
    Wenn Sie liebe Mitbürger abstimmen, bestimmen Sie damit GAR NICHTS! Denn es handelt sich um eine rein politisch motivierte Wahlkampagne, die keinerlei rechtlichen Einfluss auf das weitere Verfahren hat. Weiters werden die Bürger an der Umgehungstrasse weiterhin 20 Jahre warten und es wird nichts passieren, wie Dr. Hofreiter, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag in seinem Vortrag in Reichenhall eindrucksvoll und unwiedersprochen ausführte. Der Tunnel ist nicht finanzierbar und für die bestehenden Probleme des Verkehrssystems in der Bundesrepublik mehr als bedeutungslos. Es fehlen dem Staat Milliarden für Autobahnen, Brückenbauwerke und deren Instandhaltung. Auch BM Peter Ramsauer bestätigt dies immer wieder und betont: „Erhaltung vor Neubau!!!“ Nicht einmal die A 8 kann ausgebaut werden weil das Geld fehlt – aber ein Tunnel in Reichenhall den man aus der Versenkung wegen Olympia holte – was wohl nur ein Vorwand war um Aicher´s Pläne zu ermöglichen, oder? – der soll gebaut werden??? Nur dann, wenn er als ÖPP-Projekt finanziert wird. Alternativplanungen bringt man nicht einfach so mal eben ein – so ein Schritt hat wenn triftige Gründe. Denn ein Satz von Herrn Aicher wie: „Bei einem NEIN ist die Gefahr sehr groß, dass selbst mit Olympia kein Tunnel kommt“ lässt viel Spielraum für Spekulationen (Ausgabe Tagblatt v. 18.4.2013)

    Ich als Gegner des Kirchholztunnels habe mich in den letzten Wochen absichtlich zurückgenommen, weil alles gesagt wurde was zu sagen war. Die Wahrheit liegt am Tisch und die kann auch nicht durch rein populistisch motivierte Rhetorik, Sonderbürgerversammlungen bei der ebenso betroffene Gemeinden einfach ausgeschlossen werden und im letzten Moment noch Zugang erhalten weil die Entrüstung zu groß war – auch nicht durch privat beauftragte Feinstaubmessungen die plötzlich das Tal belasten sollen, noch durch Anzeigenkampagnen an denen sich sogar öffentliche Amtsträger beteiligen (wenn auch als Privatpersonen) beeinflusst werden. JA – gehen Sie zur Wahl !!

    • S.g. Hr. Friesz,
      Sie sprechen hier in einer Tour von „Leute für dumm verkaufen“. Die Kampagne der grünen Fraktion kam Ihnen und Ihren Nachbarn – als erklärte Tunnelgegner – ja sehr gelegen. Es ist doch unredlich, den Anwohnern der Umgehungsstraße Lärmschutzmaßnahmen zu versprechen, die es defininitiv (lt. StBauA) nicht geben wird.
      Für uns als Tunnelbefürworter geht es nicht um Aicher und seine Investition in der Region. Uns geht es schlicht und ergreifend darum, dass der Verkehr aus der Stadt verschwindet. Wir wollen Schaden von unserer Heimatstadt BAD Reichenhall abwenden und auch der Jugend noch ein gesundes Zuhause ermöglichen.
      Es kann für niemanden gesund sein, schon gar nicht für ein Heilbad, wenn hier die zulässigen Grenzwerte an Feinstaubbelastung deutlich überschritten werden.
      Es geht in diesem Zusammenhang ganz eindeutig auch um wirtschaftliche Perspektiven für die Bewohner und ihre Familien.

      Eine Anwohnerin der B20

    • Dese Stellungnahme des Herrn Friesz lese ich zum ersten Mal. Aus meiner Korrespondenz mit unserem Wahlkreisabgeordneten und derzeitigen BVM weiss ich, dass dieser sich gern auch auf eine positive Meinung der Bürger stützen würde, selbstverständlich der Bürger derjenigen Stadt, die durch eine Tunnelstraße entlastet werden muß. Alles andere ist doch zweitrangig. Ob dann das Geld zur Verfügung steht und ob es noch Jahre dauert, ist und war gar nicht gefragt. Es geht um die Rangfolge beim Abarbeiten der vielen Bauaufgaben des Bundes, selbstverständlich auch der Reparaturen. Herr Friesz sollte sich solcher Äusserungen wie „populistisches Getue“ und „rein populistisch motivierte Rhetorik“ (welch schrecklich sinnloses Wortgebilde!) enthalten. Man muss auch nicht einen Industriellen, der immerhin auch deutsche Wirtschaftskraft stärkt und Arbeitsplätze sichert, verhöhnen. Was bringt denn das? Die Wahrheit, die auf dem Tisch liegt, ist bei sachlicher Betrachtung doch wohl die, daß starke Verkehrsströme der verschiedensten Art – internationaler Duchgangsverkehr, Reiseverkehr, Regionalverkehr und rein örtlicher Verkehr sich praktisch auf einer einzigen Strasse abspielen und mit ihren Schall- und Schadstoffemissionen eine Kurstadt belasten, welche auch den Nachbarorten wirtschaftliche Vorteile verschafft. Versuchen dann Politiker und Behörden, diesen Übelstand endlich einmal zu beenden, wird von Leuten, die überhaupt nicht negativ, sondern durch eine schnelle Tunnelstrasse nur positiv betroffen sind, mit einem Mordsaufwand quergeschossen. Herr Friesz outet sich als Tunnelgegner, aber er lässt den Leser rätseln, warum er es eigentlich ist.
      Kurt Pötschke, Karlstein

      • Lieber Herr Pötschke,
        ja, das ist genau der Punkt: Um die betroffenen Reichenhaller geht es und um die gesamte lärm- und abgastechnische Verkehrssituation in Bad Reichenhall. Alle in der und von der Stadt lebenden Menschen können von dem Kirchholztunnel nur profitieren. Denn Stillstand auch auf dem Gebiet der Verkehrsregelung kann nur Rückgang bedeuten. Das Problem wurde in den letzten Jahrzehnten – aus welchen Gründen auch immer – stets vertagt. Wenn wir den Tunnel heute schon hätten, ginge es allen bereits heute besser.
        Leider sind es immer wieder Menschen und Gruppierungen, die auf Kosten der Allgemeinheit besondere Rechte für sich beanspruchen. Dies werden wir nicht verhindern können, allerdings können wir es publik machen und so darauf aufmerksam machen. Einige sehr wohlhabende Familien in Bayrisch Gmain wollen keine Tunnelbohrung unter ihren Grundstücken, obwohl diese hier in keiner Weise deren Komfort beeinträchtigen würde, wie die Straßenbauexperten betonen. Da spielt das Allgemeinwohl keine Rolle, es geht eben nur um Einzelinteressen im Grunde selbst ernannter privilegierter Personen.
        In Bezug auf Hr. Aicher möchte ich Ihnen, lieber Hr. Pötschke, auch Recht geben. Seien wir doch froh, dass es Unternehmer gibt, die sich in unsere Region einbringen. Nachdem der Vorunternehmer der Predigtstuhlbahn und des Berghotels Pleite gegangen ist, stand doch sogar der Fortbestand der Predigtstuhlbahn in Frage. Stellen Sie sich vor, diese Bahn gäbe es auch nicht mehr….
        Bereits heute gibt es einen massiven Bergabbau am Saalachsee und in Oberjettenberg durch stadtbekannte Unternehmen, die hier sehr intensiv tätig sind. Gerade hier wird doch bereits seit vielen Jahren auf Kosten der Allgemeinheit gewinnorientiert gearbeitet und werden riesen Löcher in unsere Berge gefressen. Wieso regt sich hier niemand auf? Auch die jüngsten massiven Baumfällaktionen entlang der Saalachauen – wo sind die Grünen?
        Ich finde, Gemeinwohl sollte stets vor einzelnen Eigeninteressen gehen und ich hoffe, unsere Politiker sehen das auch so, zumal in Bayerisch Gmain ja keiner direkt „geschädigt“ wird, für die Häuser kein Risiko besteht.

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