Kampf gegen eine Verkehrslawine

LESERBRIEF zum Artikel vom 21. Januar 2019 im R.T. (Reichenhaller Tagblatt)

Es ist ein schönes Stück gelebter Demokratie, wenn sich Bürger für ihre Interessen einsetzen. Und dass der Verkehr über Karlstein und Thumsee beständig zunimmt, ist seit Jahren bekannt. Umso mehr verwundert es, dass ein Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2014/15 für eine Tonnage-Beschränkung auf 7,5 Tonnen nicht umgesetzt wurde. Es war vor allem FWG-Stadtrat Fritz Grübl, der sich intensiv für eine Beschränkung einsetzte.

Lediglich ein Hinweis auf eine vielleicht mögliche Beanstandung hat Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner sofort dazu veranlasst, den Beschluss nicht umzusetzen. Um sich für die Interessen der Reichenhaller Bürger einzusetzen braucht es mehr Courage und politisches Rückrat. Man hätte wenigstens versuchen müssen, es darauf ankommen zu lassen. Auch der bildliche Vergleich zu einer ‚Lawine‘ ist unpassend, denn eine Lawine ist ein plötzlich auftretendes Naturereignis. Einen ‚Verkehr‘ aber kann man mit sinnvollen Maßnahmen und langfristiger Planung lenken – wenn der Wille dazu da ist. Insgesamt ist der Verkehr in Karlstein nur ein Teil der gesamten Verkehrsproblematik im Bad Reichenhaller Talkessel.

Verkehrsbelastung
ist nicht allein ein Problem in Karlstein

Wir haben viel zu viel Verkehr – vor allem LKW-Verkehr – auf der Loferer Straße, in der Innenstadt, im Leopoldstal, in Staufenbrücke (Ausweichverkehr) und letztlich auch in Karlstein. 2016 wurde die Ortsumfahrung Kirchholztunnel – nach 46 Jahren – endlich wieder in den ‚Vordringlichen Bedarf‘ des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen und darüber hinaus noch mit Finanzierungszusage. Bad Reichenhall bietet sich damit die große Chance sämtliche Verkehrsprobleme für die nächsten Jahrzehnte zu lösen. Was aber macht die Stadt? Sie greift lieber Pläne eines privaten Investors (Aicher) für eine Realisierung eines so genannten Auentunnels auf, zögert erneut um drei Jahre hinaus, anstatt die einmalige Gelegenheit am Schopfe zu packen. Auffallend bei der Aktion in Karlstein ist, dass sich Stadträte, die sich seit vielen Jahren gegen die vom Bund genehmigte Ortsumfahrung stellen, jetzt für einen Protest vor dem Ortsschild postieren. Das passt nicht zusammen.

Stehen die Stadträte im März zu ihrem Wort?

Mit Spannung erwarten wir vom Verein Bad Reichenhall pro Kirchholztunnel die Stadtratssitzung, in der das Straßenbauamt Traunstein darlegt, welche der Varianten umgesetzt werden kann. Noch mehr sind wir gespannt, ob das Versprechen der Stadträte, die kommende Entscheidung des Straßenbauamtes schnell umzusetzen, eingehalten wird. Oder setzen sich parteipolitische Grabenkämpfe über das nächste Jahrzehnt hinaus fort und blockieren damit die Entwicklung von Bad Reichenhall als ‚Lebenswerte Alpenstadt‘ über Jahre hinaus? In Kürze wissen wir mehr.

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