Neue Pläne für das Leopoldstal?

Jeder kennt Sie, die enge Kurve an der Obermühle auf der Kreisstraße BGL zwischen Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain. „Zum Glück gibt es sie“, freut sich ein Anwohner, „denn hier kommen die LKW nicht durch, und wenn, dann nur einmal.“ Was des einen Glück, ist des anderen Leid. Denn dem Staatlichen Bauamt Traunstein ist diese Engstelle längst ein Dorn im Auge. Zuletzt gab es 2016 einen Anlauf sie zu beseitigen. Auch gegenüber dem Verein ‚Pro-Reichenhall.de‘ (Reichenhall pro Kirchholztunnel e.V.) äußerste sich ein leitender Mitarbeiter skeptisch. „Wenn wir nicht bald mit dem Kirchholztunnel voran kommen, dann wird es einen Ausbau des Leopoldstales geben. Die Situation ist so nicht mehr hinzunehmen“,
ergänzt er.

Kommt jetzt der Ausbau vom Leopoldstal?

Nun aber machen sich neue Gerüchte breit. Es soll bereits jetzt konkrete Planungen geben, die Engstelle Obermühle zu entschärfen und damit einhergehend ein Ausbau der Strecke. „Das zieht dann noch mehr Verkehr an“, ist sich Kurt Binder sicher. „Vor 20 Jahren haben wir als Anwohner selbst eine Verkehrszählung durchgeführt. Damals registrierten wir 6.000 Fahrzeuge. Heute gehe ich von etwa 8.000 aus, denn über das ‚Navi‘ finden auch immer mehr Ortsfremde den Weg durch das Leopoldstal und durch Bayerisch Gmain.“

Kirchholztunnel hilft Bayerisch Gmain

Die Ausbaupläne für das Leopoldstal sind nicht neu. Hauptsächlich geht es um die Engstelle bei der Obermühle, doch ein Ausbau könnte weitere Folgen nach sich ziehen. Davon ist Kurt Binder fest überzeugt. Foto: gsp

Er selbst und viele seiner Nachbarn sind klare Befürworter der Ortsumfahrung Kirchholztunnel für Bad Reichenhall und er versteht bis heute nicht die Widerstände gegen dieses Projekt. Eindeutig ist für Ihn, dass Reichenhall wesentlich und Bayerisch Gmain auch vom Tunnel profitieren würde, weil mit einem Tunnel der Durchgangsverkehr an die Bürger gar nicht mehr heran käme.

Ein Ausbau der Kreisstraße dagegen würde mehr Fahrzeuge und vor allem auch noch Schwerlastverkehr in den Ort bringen, was bislang nicht der Fall ist. Denn die Umfahrung gilt dem Fernverkehr, nicht umsonst sollen die Bundesstraßen B20/ B21 entlastet werden.
„Wem“ so fragt er sich, „würde es gefallen, an der Grundschule und Rathaus die Sattelzüge vorbeirauschen zu sehen, die nichts anderes wollen, als das kleine Deutsche Eck abzukürzen? Wem würde eine zweite Bundesstraße durch Bayerisch Gmain gefallen?“.

Ortsumfahrung
für den überregionalen Verkehr

„In Bayerisch Gmain hat man bereits 1986 die Geologie sehr genau erkundet. Auf Höhe des Klosterhofes etwa ist der Tunnel rund 80 Meter unter der Erdoberfläche und auf Höhe der Sonnenstraße immer noch 60 Meter. Was soll passieren, wenn fachgerecht gebaut wird? Auch Tiefenbohrungen sind in diesem Bereich bereits heute nicht erlaubt. Daran ändert auch ein Eintrag auf Grunddienstbarkeit bei einigen Grundstücken nichts,“ ist sich Kurt Binder sicher.

Die Widerstände gegen die Ortsumfahrung Kirchholztunnel aber sind in Bayerisch Gmain groß. Selbst die Heimatzeitung titelt bei der Diskussion um einen neuen Bürgermeister, dass sie alle gegen einen Kirchholztunnel seien. Welcher Kandidat aber wird sich im Wahlkampf bei umstrittenen Themen zu weit nach vorne wagen, und so möglicherweise Stimmen verlieren? Es wird sich herausstellen, wie der neue Bürgermeister die neuen Informationen bewertet, wenn das Staatliche Bauamt im März ihre Erkenntnisse zu den Alternativen präsentiert.

 

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