Absage des Bauamtes für den Auentunnel

Bereits 2016 hat sich der damalige Leiter des Staatlichen Bauamtes Traunstein deutlich gegen eine angedachte Variante ‚Auentunnel‘ als eine leistungsfähige Ortsumfahrung Bad Reichenhall ausgesprochen. Aus aktuellem Anlass einer kursorischen Prüfung – Vorstellung am 27. März im Alten Kurhaus – veröffentlichen wir hier die Stellungsnahme von Sebald König, wie sie am 10. Dezember 2016 im Reichenhaller Tagblatt zu lesen war in Auszügen. Und wir fragen erneut:

Die einzelnen Schritte für Planung und Genehmigung. Der Kirchholztunnel hat alles positiv durchlaufen.

„Warum hat sich die Stadt Bad Reichenhall auf dieses Projekt eingelassen, obwohl von fachlicher Seite eine klar begründete Absage vorlag?“

Sebald König begründet die Absage an einen Auentunnel im Dezember 2016 wie folgt:

– 2,9 Kilometer im Tunnel –

EinTunnel – egal ob bergmännisch aufgefahren oder in offener Bauweise hergestellt – kann nur realisiert werden, wenn zwingende Gründe vorliegen wie topographische Gründe, die aber im ebenen Gelände der Saalachau nicht vorliegen, oder rechtliche Gründe aufgrund des Lärmschutzes. Das heißt, es könnte ein Tunnel gebaut werden. … Dieser Grund greift im Bereich der Saalachau nicht.

– Vierstreifiger Querschnitt –

Die Verbindungsfunktionsstufe der Bundesstraße sowie die prognostizierten Verkehrszahlen rechtfertigen nach den geltenden Planungsrichtlinien keinen vierstreifigen Querschnitt.

– Grundwasser –

Beim ‚Auentunnel‘ entsteht ein ‚Betonriegel‘ im Untergrund parallel zur Saalach, auf den die in Richtung Saalach orientierten Grundwasserströme treffen. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf das Grundwasserregime der Stadt Bad Reichenhall sind derzeit nicht abzuschätzen

– Abluftproblematik –

Beim Auentunnel bleibt das gesamte Verkehrsaufkommen nach wie vor im Talkessel. Vor dem Hintergrund des Staatsbad-Charakters der Stadt Bad Reichenhall hat die Thematik der Abgase einen hohen Stellenwert. Beim Kirchholztunnel sieht die Planung vor, dass die Abgase über ein Ausblasbauwerk im Kirchholz etwa 130 Meter über der Talsohle mit Druck nach oben in Luftschichten mit höherer Verwirbelung ausgeblasen werden … .

– Naturschutzfachliche Einschätzung –

Der bauliche Eingriff in die Saalachau beim Auentunnel ist aus naturschutzfachlicher Sicht groß. Bei derartigen Eingriffen stellt sich im Zuge einer Detailplanung erfahrungsgemäß schnell die Frage nach zumutbaren Alternativen, die aus naturschutzfachlicher Sicht einen geringeren Eingriff bedingen.

– Planungsziele –

Eine Entlastung des Stadtgebietes von Bad Reichenhall von Verkehr und den damit verbundenen Schadstoffemissionen: … bei der Idee Auentunnel verbleibt der gesamte Verkehr, inklusive Transitverkehr, im Talkessel. … der innerstädtische Ziel- und Quellverkehr über die beiden Knotenpunkte (Bad Reichenhall Nord und Kretabrücke) führt zu keiner Entlastung der Münchner Allee … auch ein zunehmender Schleichverkehr wäre wahrscheinlich.

– Nur eine marginale Reduzierung des Ausweichverkehrs über das Leopoldstal.

– Beim Auentunnel wäre eine Entlastung der St.2101 (Karlstein/ Thumsee) wesentlich geringer als beim Kirchholztunnel

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag vom Dezember 2016:
Die Nase vorn oder um Längen geschlagen

 

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