Stadtrat Nürbauer immun gegen alle Sachargumente?

Stadtrat Michael Nürbauer unterstellt der staatlichen Behörde, dem Bauamt Traunstein, ganz unverblümt einen Tunnelblick. „Die haben sich seit 40 Jahren auf den Kirchholztunnel versteift und werden ihre Einstellung nach so vielen Jahren nicht ändern“, sagte er auf der Aprilsitzung des Gremiums. Damit unterstellt er, dass die zur Neutralität verpflichtete, in der Sache aber bestimmte Behörde, zu keinem objektiven, den Anforderungen und Gegebenheiten angemessenem Urteil, mehr fähig sei. Die ganze über zweistündige Präsentation der Fachbehörde für den Stadtrat zu einer Makulatur verkommt, ohne Werte und fachliche Relevanz.

So sind auch seine Ausführung erklärbar, dass man das Thema der Solequellen nicht gebührend berücksichtigt habe. Ebenso sei man nicht auf die Problematik eines ‚Abgasschlotes‘ (mit 15 Metern Höhe – Anmerkung der Redaktion) im Kirchholz eingegangen. Auch die Burg Gruttenstein sieht der grüne Stadtrat gefährdet. Seiner Meinung nach würde sich der Verkehr in Zukunft reduzieren und die Mobilität der Bürger ganz allgemein drastisch verändern. Nürbauer kommt zu dem Schluss, dass man darum keine leistungsfähige Ortsumfahrung brauche. Ein Lärmschutz würde das Problem lösen. Persönlich sei Nürbauer überzeugt davon, dass der Kirchholztunnel nie gebaut werde.

Wie sind die Äußerungen des Stadtrates N. zu verstehen? Könnte es nicht auch sein, dass nicht die Fachbehörde – mit einem ganzen Stab von Ingenieuren und Planern – sondern Michael Nürbauer von der Bürgerliste/Die Grünen in seinem Urteilsvermögen eingeschränkt ist. Er stellt sich schon viel zu lange, nämlich seit Jahrzehnten, gegen eine Ortsumfahrung und mutet der Stadt und ihren Bürgern und Gästen, vom Leopoldstal bis Karlstein und hin zur Innenstadt und der aktuellen Umfahrung, aus ideologischen Gründen diesen täglichen Verkehrs-Wahnsinn zu.

Sehr deutlich hatte das Staatliche Bauamt Traunstein in der Sondersitzung des Stadtrates im Alten Kurhaus zum Thema Sole Stellung genommen. Sie ist eben nicht gefährdet und wird aus einer Tiefe von 500 Metern gefördert, also einige Meter unter NN (Normal-Null). Hat sich der Stadtrat N. die Pläne überhaupt jemals angesehen? Der Knoten Mitte liegt in einem deutlichen Abstand von etwa 500 Metern zur Burg Gruttenstein. Wie könnte sie da ja gefährdet sein? Auch hat das Bauamt in Aussicht gestellt den Flächenverbrauch am Knoten Golling deutlich zu verringern. Hat der Stadtrat Michael Nürbauer das nicht gehört? Ebenso hat das StBaTS längst darauf hingewiesen, dass der Ausstoß über die Entlüftung am Golling deutlich unter einem Prozent des zulässigen Grenzwertes liegen. Ist der Stadtrat immun gegen Sachargumente?

Er versteigt sich sogar dazu, die sehr ausführlichen Darlegungen der Fachbehörde zu einem Ausbau im Bestand als einen Ausbau im Kiesbett herunter zu spielen. Die Fotos und Ausführungen dazu waren eindeutig und sind für jedermann im Internet nachzulesen. Hat der Stadtrat N. bei der Präsentation geschlafen? Folgt man der Logik des Michael Nürbauer, so sind alle Ausführungen und Aussagen des Staatlichen Bauamtes in Traunstein ’null und nichtig‘, so brauche Bad Reichenhall gar keine leistungsfähige Ortsumfahrung, ein Lärmschutz tut’s auch und der tägliche Verkehr mit seinen Staus ist wohl nur eingebildet – in der ganz eigenen Wahrnehmung des Stadtrates Michael Nürbauer. Ein Lärmschutz belässt den gesamten Verkehr in der ansonsten recht liebenswerten Alpenstadt Bad Reichenhall. Ob das aber einem Staatsbad gegen Erkrankung der Atemwege gut tut und sich diese Logik auch einem Stadtrat Michael Nürbauer erschließt ist fraglich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s