Presse-Erklärung: Verkehrs-Konzept greift nicht

Zur Pressemeldung gab es einige Rückmeldungen der Kandidaten.
Sie finden diese am Ende des Artikels!
Presse-Erklärung des Vereins „Reichenhall pro Kirchholztunnel e.V.“ – (www.pro-reichenhall.de) – Bad Reichenhall, 24. Februar 2020

Verkehrskonzept: Problem nicht erkannt

„Mit angezogener Handbremse“ hätten die Kandidaten der Wahl zum Oberbürgermeister in Bad Reichenhall über Anforderungen des Verkehrs von morgen gesprochen, berichtet das Reichenhaller Tagblatt in seiner Ausgabe vom 21. Februar. Im Focus stand dabei der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Vieles wird benannt, doch das Problem nicht erkannt und es wird zu kurz gegriffen.

Land braucht Auto

Der Verkehr gehört in den Tunnel. Im nahen Pinzgau ein bewährtes Konzept.

Problem nicht erkannt: In großen Städten kann das Auto ohne Probleme durch einen guten ÖPNV ersetzt werden. In Bad Reichenhall und seinem ländlichen Umfeld nicht. Ein sehr großer Teil der Bevölkerung ist also auf das Auto angewiesen, muss auch dessen volle Kostenlast tragen. Rad und ÖPNV können darüber hinaus also nur zusätzlich genutzt werden, was zusätzliche Zeit und zusätzliche Kosten bedeutet. Und wer nutzt das Bike bei sommerlichen Temperaturen und guter Wetterlage nicht gerne? Nicht aber bei Kälte, Regen und Wind.

Kirchholtzunnel entlastet

Problem nicht erkannt: Der Verkehr in der Innenstadt von Bad Reichenhall würde durch den Bau der Ortsumfahrung Kirchholztunnel um 30 Prozent zurück gehen prognostiziert das aktuelle Mobilitätskonzept des Landkreises und auch ältere Verkehrsgutachten. Es ist nicht ausreichend, sich auf die Innenstadt zu konzentrieren, es muss die gesamte Verkehrssituation im Reichenhaller Tal betrachtet werden.

Hoher Verkehrsdruck

Zu kurz gegriffen: Selbst wenn sich alle Wünsche der Oberbürgermeister-Kandidaten erfüllen, haben sie das Umfeld völlig außer Acht gelassen. Der nun schon Jahrzehnte andauernde, viel zu hohe Verkehrsdruck auf der B20 und B21 wird nicht von alleine zurück gehen. Der Berufsverkehr hat zugenommen, der Ausflugsverkehr, der Tourismus im Salzburger Land und auch der LKW-Verkehr. Das trifft Bad Reichenhall mit voller Härte und in absehbarer Zeit wird der Verkehr nicht weniger werden, im Gegenteil. Die OB-Kandidaten bleiben hier die Antwort schuldig.

Verkehr von morgen

Zu kurz gegriffen: Die OB-Kandidaten lehnen den Kirchholztunnel entweder ab, oder aber sie halten ihn für unrealistisch, war dem Zeitungsartikel zu entnehmen. Auch hier gehen die Kandidaten völlig an der Realität vorbei. Sie besteht nämlich real über 24 Stunden und an 365 Tagen mit bis zu 40.000 Fahrzeugen täglich, die damit einfach hingenommen werden. Möchte man sich wirklich über „den Verkehr von morgen“ Gedanken machen, dann darf die Hauptlast nicht einfach ausgeblendet werden. Das ist realitätsfremd und eines Oberbürgermeister-Kandidaten für Bad Reichenhall nicht würdig. Die Last tragen die Bewohner und Gäste der Stadt und den Schaden trägt das Staatsbad für Erkrankung der Atemwege, das gesamte Staatsbad, nicht alleine Ortsteile wie Marzoll oder Karlstein.

Gerd Spranger, 1. Vorsitzender

Anmerkung

Die FWG und ihre OB-Kandidatin Ania Winter sprechen sich deutlich für den Kirchholztunnel aus, zuletzt öffentlich bei der FWG-Vorstellung im Gasthof Bürgerbräu. Das aber war dem Pressebericht nicht zu entnehmen.

Weitere OB-Kandidaten sprechen sich klar für eine Ortsumfahrung Kirchholztunnel aus:

Die Rückmeldungen kamen aufgrund der Anfrage des Vereinsmitgliedes Hans Maurer zustande. Den Text finden Sie am Schluss der Veröffentlichung.

Rückmeldung Dr. Herbert Lackner:

im Auftrag von Herrn Oberbürgermeister Dr. Lackner darf ich Ihnen folgende Antwort übermitteln: „Ich bin klar für den Kirchholztunnel! Ebenso alle Kandidatinnen und Kandidaten der Liste Lackner, ohne Ausnahme!

Stellungnahme des
CSU-OB-Kandidaten Dr. Christoph Lung

Sehr geehrter Herr Mauerer,

haben Sie herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre Nachfrage! Ich kann gut nachvollziehen, dass Sie als Anwohner der Umgehungsstraße insbesondere am Kirchholztunnel ein großes Interesse haben.
Dazu habe ich mich in mehreren öffentlichen Veranstaltungen, sei es in den betreffenden Stadtratssitzungen oder jüngst bei der Podiumsdiskussion des Verkehrsforums bereits klar positioniert: Da eine Entlastung der Umgehungsstraße dringend geboten ist und bessere Vorschläge nicht in Sicht sind, werden wir eine zusätzliche Verkehrsachse in Form des Kirchholztunnels brauchen. Demgemäß hat auch der Stadtrat mehrheitlich und auch mit meiner Stimme votiert.

Nichts zu tun (wie von manch anderem propagiert) bedeutet in Wahrheit, den status quo ohne Weiteres hinzunehmen und sich auch blind für die augenscheinliche Zunahme des Verkehrs in unserer Region zu zeigen.

Ich verhehle dabei nicht, dass auch der Kirchholztunnel erhebliche Nachteile mit sich bringen wird, u.a. Stichwort Flächenverbrauch sowohl Richtung Weißbach als auch am Golling. Es liegt somit an der Politik und an den Planungsbehörden, dies soweit als möglich abzumildern. Ein weiterer Nachteil ist die Zeitschiene: Nach meinem Kenntnisstand wird das Straßenbauamt eine weitgehende Neuplanung vornehmen müssen, sodass ein Bau bei weitem nicht sofort, sondern erst in mehreren Jahren zu erwarten sein wird – mögliche Klageverfahren noch gar nicht eingerechnet. Das auszusprechen gehört aus meiner Sicht zur Ehrlichkeit dazu, um nicht falsche Hoffnungen zu wecken.
Umso mehr wird es Aufgabe des künftigen Oberbürgermeisters sein, bei den zuständigen Planungsbehörden „Druck zu machen“ und durch intensiven Kontakt den Fortschritt soweit als möglich zu beschleunigen.

Das ist zumindest mein Vorhaben und ich denke, dass es wichtig ist, die interessierte Öffentlichkeit über den Fortgang der Planungen auch zeitnah und transparent zu informieren.

Mit den besten Grüßen – Ihr Christoph Lung

 Anschreiben von Hans Mauerer

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Lackner.

Ich habe Ihr Wahlprogramm studiert und habe mit Bedauern festgestellt, daß darin in keinem Wort über die Zukunft des Kirchholztunnels etwas steht. .

Am 5. September 2017 habe ich Ihnen zu diesem Thema und Betroffener an der Umgehungsstraße einen ausführlichen Brief geschrieben. Sie haben mir damals in einem Dreizeiler geantwortet, daß in der September- und Oktobersitzung man sich intensiv mit der angesprochenen Verkehrsthematik auseinander setzen wird. Wenn ich richtig informiert bin hat man sich im Stadtrat damals zum Kirchholztunnel bekannt. Es sind nun schon wieder zwei Jahre vergangen und nichts hat sich bewegt. Erlauben Sie mir bitte jetzt die Frage, was wurde von Ihnen, Kraft Ihres Amtes getan um das Projekt Kirchholztunnel in die Tat umzusetzen oder positiv zu begleiten. Auch bei keinem Ihrer Mitstreiter wurde dieses Thema das doch so wichtig ist für Bad Reichenhall, angesprochen.

Ich freue mich auf eine Antwort von Ihnen. / Mit freundlichen Grüßen / Hans Mauerer

 

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