Nachtfahrverbot wird komplett missachtet

18 von 21 LKW fahren trotz Verbot

Am 25. Juli berichtet das Reichenhaller Tagblatt (RT) von 18 Anzeigen bei einer Kontrolle des Nachtfahrverbotes, das im Kleinen Deutschen Eck, auf der B20 und B21, von 22 bis 6 Uhr für LKW ab 7,5 Tonnen gilt. Im gleichen Artikel ist von drei Fahrern die Rede, die eine Sondergenehmigung vorweisen konnten. Damit hatten von 21 LKW ganze 18 keine Ausnahmegenehmigung. Es ist darum die Regel, dass das Nachtfahrverbot von den LKW-Fahrern komplett missachtet wird.

Ebenso missachtet werden die Kontrollen durch die Polizei. Offiziell würde man zwar auch künftig des Nachtfahrverbot überwachen, doch in der Realität bleibt es auf drei bis vier Kontrollen im gesamten Jahr beschränkt. Damit verlieren selbst hohe Strafen, sofern sie überhaupt verhängt werden, ihre Abschreckung und sind bei den Frächtern leicht zu verbuchen.  Offiziell gibt es ein Nachtfahrverbot, doch in der Realität wird es nicht eingehalten. Erst heute zählte ich zwischen 5.00 und 5.15 Uhr zwölf LKW auf der Strecke, und damit fahren sie fast im Minutentakt. Warum gibt es keine technisch leicht umsetzbare digitale Kontrolle? Die Interessen der Frächter-Lobby scheinen stärker zu sein als die Gesundheit der Bürger, vor allem im Landkreis Berchtesgadener Land.

Das Verkehrsproblem in Bad Reichenhall ist nicht gelöst. Die Politik und Verwaltung aber verharrt in einem Dauerschlaf. Nur müde klingen die Bekundungen und Stadtratsbeschlüsse nach einer nachhaltigen Änderung der Situation. Stattdessen wurden sie nicht müde scheinbare Alternativen herbeizureden, die einer einfachen Prüfung nicht im Ansatz standhielten. Auch der heutige Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung glaubte an den Nutzen einer Prüfung von Alternativen, „um sich dann mit Nachdruck für die Ortsumfahrung einzusetzen“, so sein damals gegebenes Versprechen. Die Stadt selbst beruhigt indessen lieber mit einer Ausfahrtstraße in Richtung Thumsee. Das ist wie das Kleben eines Pflasters auf eine große, offene Wunde. Eine Steigerung der Attraktivität von Bad Reichenhall, wie jüngst erneut gefordert, wird bei der bestehenden Verkehrsbelastung nicht möglich sein. Ebenso scheint der Titel „Heilbad gegen Erkrankung der Atemwege“ ad absurdum geführt zu werden. Liebenswerte Alpenstadt mit täglich bis zu 40.000 Verkehrsbewegungen? Liebenswert für wen? Für die Autofahrer als Durchgangsstrecke? Indessen müssen in der Innenstadt immer mehr Geschäfte für immer schließen. Auch das Staatliche Bauamt Traunstein verfolgt die vom Deutschen Bundestag – im Bundesverkehrswegeplan 2030 – beschlossene Ortsumfahrung von Bad Reichenhall über den Kirchholztunnel und Stadtbergtunnel nicht weiter. Zumindest herrscht seit einem Jahr „Funkstille“.

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